Miksa Hantken

Miksa Hantken

Sonstige - andere

* Jablonka, 26. September 1821 – † Budapest, 26. Juni 1893 / Geologe, Paläontologe, Universitätsprofessor, Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (1874); Er absolvierte seine Schulausbildung in Teschen, sein Studium in Wien von 1840 bis 1842 und von 1843 bis 1846 an der Bergakademie in Bánya Selmec. Von 1844 bis 1845 war er Lehrling im Eisenwerk von Erzherzog Albrecht. Von 1846 bis 1849 war er Bergwerksmeister in verschiedenen Bergwerken. Von 1849 bis 1850 studierte er analytische Chemie in Wien und arbeitete anschließend im Kohlebergwerk Dorog. Zu dieser Zeit heiratete er Ida Hoblik, die Tochter des Bürgermeisters von Dorog. Er diente einige Jahre der serbischen Regierung. 1858 ließ er sich in Pest nieder und betrieb dort paläontologische Forschungen. Von 1861 bis 1867 war er Lehrer an der Handelsakademie Pest und ab 1866 Leiter der Mineralien- und Fossiliensammlung des Nationalmuseums. 1869 gründete er das Ungarische Staatliche Geologische Institut, dessen Direktor er von 1870 bis 1881 war. 1876 erwarb er die Lehrbefähigung an der Universität Pest. Von 1882 bis zu seinem Tod war er Universitätsprofessor am Lehrstuhl für Paläontologie. Er gilt als Initiator der paläontologischen Forschung in Ungarn und als erste international bedeutende Persönlichkeit der Wissenschaft. Zu Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn befasste er sich in Dorog mit Kohleforschung und Gesteinsstratigraphie und erkannte als einer der Ersten die Bedeutung der Paläontologie für die Struktur- und Altersbestimmung geologischer Fundstätten. Um die eozänen Schichtfolgen mit den Kohlevorkommen des Dorogi-Beckens zu analysieren und die Lagerstätten zu identifizieren, begann er paläontologische Studien, vor allem zur Erforschung der sogenannten Foraminiferen, einer Gruppe einzelliger Organismen, deren Überreste in großer Menge und Vielfalt in den kargen Gesteinen vorkommen. Seine international herausragende Leistung war die Aufklärung der stratigraphischen Rolle der Foraminiferen. Besonders wertvoll sind seine Beobachtungen zu den aufeinanderfolgenden Generationen der großen Foraminiferen, der Nummuliten (auch bekannt als „Ladislaus-Geld“). Mit seinen Sammlungen polierter und bestimmter Nummuliten-Exemplare aus verschiedenen stratigraphischen Schichten gewann er auf der Wiener Weltausstellung (1873) einen Preis und erzielte große Erfolge auf dem Weltkongress der Geologen in Bologna (1881). Durch seine Studien der Nummuliten legte er den Grundstein für die Erforschung der eozänen Braunkohle in Ungarn und wies mit seinen paläontologischen Beschreibungen als Erster international den Geschlechtsdimorphismus dieser Fauna nach. Seine Monographie über Foraminiferen (1875) enthält Beschreibungen von 213 Arten, von denen 93 der Wissenschaft neu waren. Zu seinen weiteren Werken zählen sein Buch über die Braunkohlevorkommen von Dorog (1871) und seine Abhandlung über die Kohlefelder und den Kohlebergbau in Ungarn (1878). Die Standardisierung der Farblegende geologischer Karten wurde auf seinen Vorschlag hin eingeführt (1881), und seine mikroskopischen Untersuchungen von Kalkstein (die sogenannte Mikrofaziesanalyse) gelten ebenfalls als bahnbrechend. Die Tiergattungen Hantkenia und Hantkenina sind ebenfalls nach ihm benannt. Er erstellte die erste praktisch bedeutsame Übersicht über die ungarischen Kohlevorkommen. Zu seinen Ehren stiftete die Ungarische Geologische Gesellschaft 1963 die Miksa-Hantken-Gedächtnismedaille, die alle drei Jahre für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Paläontologie und Stratigraphie verliehen wird. Die Ungarische Akademie der Wissenschaften wählte ihn 1864 zum korrespondierenden und 1874 zum ordentlichen Mitglied. Seine Hauptwerke: Die geologischen Verhältnisse des Braunkohlereviers Esztergom, 1871; Die ungarische Kohle, 1873; Das geologische Alter des Beocsin-Mergels, 1873; Neue Daten für die geologische und paläontologische Kenntnis des südlichen Bakony, 1874; Die Fauna der Clavulina-Szabói-Schichten I, 1875; Ergänzungen zur geologischen Kenntnis der Karpaten, 1877. Kohlevorkommen und Kohlebergbau in den Ländern der ungarischen Krone, 1878; Neue Daten für die geologischen und paläontologischen Kenntnisse des Buda-Nagykovácsi-Gebirges und der Region Esztergom, 1884; Stellungnahme zum Kohlebergwerk Várpalota, 1888.

Inventarnummer:

11686

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Gömörpanyit