John Horvath Keresztély
Sonstige - andere
* Kőszeg, 13. Juli 1732 – † Buda, 20. Oktober 1799 / Jesuitenmönch, Physiker, Universitätsprofessor in Nagyszombat und Buda; Er studierte Theologie an der Universität Nagyszombat und wurde anschließend Direktor des Gefängnisses. Von 1769 bis 1791, bis zu seiner Pensionierung, lehrte er Philosophie an der Universität Nagyszombat und nach deren Verlegung nach Buda Physik am Technischen Institut (Institutum Geometricum) der Universität Buda. 1784–1785 war er Rektor der Universität. Er gilt als der bedeutendste ungarische Physiklehrbuchautor seiner Zeit. Sein 1797 erschienenes Werk „Declaratio infirmitatis fundamentorum operis Kantiani“ war die erste ungarische Auseinandersetzung mit der Philosophie Immanuel Kants. Er zählte zu den produktivsten Lehrbuchautoren seiner Zeit. In seinen Werken stützte er sich auf die Lehrbücher des in Wien lebenden Pál Makó und anderer bedeutender Werke, ging aber in einigen Punkten darüber hinaus. Ab 1784 waren József Nemetz und János Pasquich in Buda seine Kollegen am Lehrstuhl. Pasquich – später selbst Professor und Direktor der Sternwarte – übersetzte einige der in Latein erschienenen Werke von János Keresztély Horváth ins Deutsche. Seine Lehrbücher und Fachliteratur wurden nicht nur in Ungarn, sondern auch in Augsburg und Venedig veröffentlicht. Zu den letzteren zählen sein Lehrbuch zur Logik, Metaphysik und allgemeinen Physik sowie zu den Grundlagen der Mathematik. Goethe bezog sich auch auf seine 1767 erschienene Physik. In diesem Buch behandelte er neben Physik und Elektrizität im engeren Sinne auch die Ursachen der Gebirgsbildung, des Vulkanismus und von Erdbeben und fasste grundlegende Kenntnisse über Atmosphäre und Hydrographie zusammen. Er gehörte zu den ersten Autoren von Lehrbüchern über Statik, Hydrostatik, Hydraulik, Maschinenbau, Mechanik, Aerostatik und Pneumatik in Ungarn, letztere vorwiegend für die Studenten des Ingenieurkollegs. Seine Arbeit über Statik und Mechanik fester Körper erschien 1782, gefolgt von Hydrostatik und Hydraulik im Jahr darauf und Elektrostatik 1784. Seine Hauptwerke: Physica generalis, 1767; Institutiones metaphysicae, 1767; Institutiones physicae, 1770; Elementa matheseos I–II, 1772–1773; Praeelectionum mechanicarum partes III, 1782–1784; Mechanische Abhandlung von der Statik und Mechanik, 1785; Elementa physicae, 1790.