Das Lamm und der Hirtenjunge
Lied
1. In Baron Endres Hof steht ein Baum; ein Hirtenjunge spielt darunter Flöte; der Klang einer Flöte ist im Fenster zu hören; die Tochter des Barons ist wach und lauscht. 2. Baron Endres Fenster ist offen; ein schwarzäugiges Lamm schaut hinaus; sie seufzt dreimal vor sich hin: „Mein Gott, warum bin ich nur Baronstochter geworden?“ 3. – Was ist denn mit dem Fräulein los? Dass ihr Fenster noch offen ist. – Oh, du Hirte, möge dein Mund süß sein, dass du so schön für mich Flöte spielst. 4. Die Uhr hat zwei nach Mitternacht geschlagen; doch die Flöte spielt noch immer wunderschön; Nebel soll vor mir aufsteigen, Nebel hinter mir, damit mein Vater mich nirgends findet. 5. Baron Endre am nächsten Morgen früh; Er ging hinaus zum nächsten Bauernhof; er fragte den Hirten: „Hat er die edle junge Dame gesehen?“; 6. „Ich habe sie nicht gesehen, Mylord, wenn ich fragen darf; vor drei Wochen hatte ich dort eine Schäferin; vor drei Wochen hatte ich dort eine Schäferin; die edle junge Dame ging mit ihr fort.“; 7. Baron Endre konnte sich nicht beruhigen; er suchte Tag und Nacht nach seiner Tochter; nach langer Zeit gelang es ihm, sie zu finden; der Hirte fürchtete sich, das Urteil zu fällen.; 8. „Wer hat je jenen Baum am Ende von Szendrő gesehen, an dem der Hirtenjunge hängt? Der Wind weht ihr schwarzes lockiges Haar; es umarmt nicht das schwarzäugige Lamm.“; 9. „Ich wage es nicht, durch das Dorf zu gehen, weil man sagt, ich trage schwarze Trauerkleidung.“ Schwarze Trauer, mein Hochzeitsschleier ist schneeweiß, ; Mein Liebster war ein Hirtenjunge. ; ; 10. Am Ende des Dorfes steht das Zelt einer Zigeunerin, ; Doch viele blonde und braune Mädchen gehen dorthin, ; Ich werde gehen, ich werde meine Zukunft voraussagen, ; Werde ich einen treuen Liebhaber finden, solange ich lebe? ; ;