David Czvittinger
Sonstige - andere
Selmecbánya, 1676 – † Selmecbánya, 18. März 1743 / Literaturhistoriker, Bibliograph; Seine Familie wurde erst relativ spät, 1657, in den Adelsstand erhoben. Er begann seine Schulbildung in seiner Heimatstadt und studierte ab 1696 an deutschen Universitäten (Berlin, Straßburg, Tübingen). Besonders lange hielt er sich in Altdorf auf (zwischen 1701 und 1714), wo er sich verschuldete und deswegen inhaftiert wurde. Neben seinen theologischen Studien interessierte er sich auch für das literarische Leben. Ihm wird der erste bedeutende Versuch zugeschrieben, Daten über Leben und Werk ungarischer Schriftsteller zusammenzutragen. In seinem Werk „Specimen Hungariae Literatae“ (Frankfurt und Leipzig, 1711) listet er fast 300 ungarische, siebenbürgische, kroatische und dalmatinische Schriftsteller in alphabetischer Reihenfolge auf. Auf Grundlage dieser Arbeit wandte sich die ausländische Wissenschaftswelt der ungarischen Literatur zu, und ihre Daten – von denen viele fehlerhaft waren – wurden von den Herausgebern ausländischer Enzyklopädien verwendet. Die Länge der veröffentlichten Einträge entsprach nicht immer der Bedeutung des jeweiligen Autors, sondern spiegelte vielmehr die Menge der verfügbaren Daten wider.