Zsigmond Zalabai
Sonstige - andere
* Ipolypásztó, 29. Januar 1948 – † Somorja, 26. Dezember 2003 / Kritiker, Literaturhistoriker, Literaturwissenschaftler, Lokalhistoriker; ; Er schloss seine Grundschulbildung 1963 in seinem Heimatdorf ab und machte 1966 sein Abitur am Gymnasium in Ipolyság. 1972 erwarb er an der Comenius-Universität in Bratislava ein Lehrdiplom für Englisch-Ungarisch. 1988 verteidigte er seine Kandidatendissertation und wurde 1995 in Budapest mit seiner Arbeit „Verstörténés“ zum Doktor der Literaturwissenschaft promoviert. Von 1972 bis 1975 war er Herausgeber der Zeitschrift „Irodalmi Szemle“ und von 1975 bis 1988 Leiter der literarischen Redaktion der Zeitschrift „Madách Könyvés Lapkiadó“ in Bratislava. Ab 1988 war er Assistenzprofessor, später außerordentlicher Professor, am Institut für Ungarische Sprache und Literatur der Comenius-Universität in Bratislava und von 1990 bis 1992 Institutsleiter. Im Dezember 1989 organisierte er einen Hilfskonvoi nach Rumänien. In seinen letzten Lebensjahren kämpfte er mit einer Krankheit und nahm sich im Alter von 56 Jahren das Leben. Die Stadtbibliothek von Somorja trägt seinen Namen. Er war Initiator und Förderer der öffentlichen Sammlung „Somorja Bibliotheca Hungarica“, die heute eine Abteilung des Forum-Instituts für Minderheitenstudien ist. Er war der führende Kritiker seiner Generation, versuchte sich aber zu Beginn seiner Karriere auch in Lyrik und Prosa. Sein eigentliches Fachgebiet war jedoch die Literaturtheorie und Literaturgeschichte. Sein Werk zur Poetik, „Sehnsucht in den Tropen“ (1981), wurde mehrfach neu aufgelegt. Seine zweibändige soziologische Studie über sein Heimatdorf (Mindenekről szémű adok, 1984, Hazahív a harangszó, 1985) war ein großer Erfolg. Als Herausgeber eines Verlags verfasste er mehrere Anthologien mit zeitgenössischen ungarischen Gedichten aus dem Hochland, Kindergedichten und Prosaschriften. Unter den Vertretern der altungarischen Literatur beschäftigte er sich auch vertieft mit Albert Szenczi Molnár und Dávid Baróti Szabó und traf eine Auswahl aus deren Schriften (A. Szenczi Molnár: Szorgos adósa vagyok hazámnak, Életemnek lepésa – 1993, D. Baróti Szabó: Jer, magyar lantom – 1994). Seine wichtigsten Studienbände: A vers túlódalán, 1974, Tűnődes a trópusokon, 1981, Verstörténés, 1994, Irodalom és irodalom, 1997.