Landhaus Zsérie

Landhaus Zsérie

Landhaus, Handwerkshaus

In Zséren wurde das seit 1977 bestehende Gemeindehaus – im Seitenflügel des alten Ladens neben der Kaufmannswohnung – 2013 durch einen Neubau ersetzt. Das alte Museumsgebäude war baufällig und ein Ersatzbau war notwendig geworden. So entstand die Idee, dass die Gemeinde ein altes Wohnhaus aus dem Jahr 1928 erwarb. Unter der Leitung von Ilona Bencz wurden zunächst mit den Materialien des alten Hauses Boden und Putz renoviert und der Siskó (Ofen) errichtet, um das Haus in seinem ursprünglichen Zustand zu präsentieren. Nach Abschluss der Maurer- und Zimmererarbeiten brachten Mitglieder der Denkmalschutzgruppe Haus und Hof in Ordnung und stellten die Ausstellung zusammen. Aus dem bestehenden Brunnen wurde ein Gémes-Brunnen geschaffen. Das Tor wurde nach dem Vorbild eines alten Tores aus Zsér mit traditionellen Schmiedeeisenarbeiten gefertigt, und der Strommast vor dem Gebäude wurde versetzt, damit er nicht das Gesamtbild des Hauses beeinträchtigt. Beim Betreten des Gebäudes befinden wir uns im Pitar, der auch als Küche diente. Hier steht die Wasserbank mit einem blumenverzierten Krug und einem Kondé (Eimer und Becher). Darin wurde einst Wasser aus dem Brunnen aufbewahrt. Unter der Bank wurden die Milchkrüge und die Waschlappen gelagert. Die Alten räucherten nach dem Schlachten eines Schweins Wurst und Speck im offenen Kamin der Küche. Hier öffnet sich die Tür zum Siskó. Daneben befinden sich die Brotschaufel, der Pemete (zum Herausziehen der Glut aus dem Ofen) und der Szivanó (ein an einem Stock befestigter, in Wasser eingeweichter Maiskolben, der als Besen zum Reinigen des Ofens diente). Die Küche umfasst außerdem einen Trajfúz (eisernen Ständer für einen heißen Topf), eine Zusufanya (Schöpfkelle), Töpfe, Teller, Schöpfkellen und die irdenen Schüsseln, aus denen die Familie gemeinsam aß. Hier findet man einen 10-Liter-Tontopf, der mit einem Drahtgeflecht zusammengehalten wird und in dem Pflaumenmarmelade aufbewahrt wurde, sowie einen alten Schlaufenfüller und ein Butterfass. Im hinteren Raum standen die Rokka, die Guzsaly, die Motolla und ein funktionsfähiger Webstuhl im Originalzustand. Man sieht auch den Suszák (Korb, Aufbewahrungsbox) und das Voloc (Kissen zum Spitzenmischen). Der Bauch der Siskó und das Bett der Braut standen im Reinraum. Früher wurden Babys, in Windeln gewickelt, in der Wiege oder in der Schaukel über der Siskó in den Schlaf gewiegt. Die Einrichtung des Zimmers – ein zeitgenössischer Tisch und Stuhl, ein rechtwinklig angebrachter Spiegel, an dem Frauen ihre Hedkeő (Hüte) zurechtrückten, eine Kommode zur Aufbewahrung von Kleidung – erinnert an den Beginn und die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts. Neben den Möbeln ist eine Schaufensterpuppe in der Tracht einer jungen Braut aus Zsér zu sehen, sowie einige Werkzeuge: ein Kohlebügeleisen, ein Bügelbrett (ein klobiges Holzstück zum Glätten der Kleidung nach dem Bügeln) und eine Singer-Nähmaschine. An das Gebäude wurde ein Schuppen angebaut, in dem die für die Landwirtschaft notwendigen Geräte untergebracht waren: ein Karren, zwei Feldhäcksler, von denen der ältere noch von Hand geerntet wurde, der neuere bereits mit Rädern ausgestattet war. Auch das Joch zum Anspannen von Kühen und das Geschirr für Pferde, eine Favella, ein hölzerner Rechen und ein hölzernes Paddel zum Wenden von Getreide sind zu sehen. Man kann das Tyiló (Hanfdreschgerät) und den Fűső (Hanfkamm), das Waschbecken und eine alte hölzerne Szőllőprős (Traubenpresse) besichtigen. Die Sammlung dorftypischer Werkzeuge und Trachten wird von Ilona Bencz liebevoll bewahrt und gepflegt. Sie empfängt und führt auch die vielen interessierten Gäste, die das Landhaus besuchen.

Inschrift/Symbol:

LANDHAUS

Inventarnummer:

3631

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Zsére   (Zsére 222. - Žirany 222.)