Stickstiche auf Zoboralji-Faden
Kulturelles Erbe
Als Zoboralj-Stickerei bezeichnen wir jene Musterkompositionen, die die Ärmel und Schultern von Frauenblusen schmücken und sich nach einhelliger Meinung der Zoboralj-Ethnografen zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten. Natürlich gab es in den Dörfern von Zoboralj schon früher bestickte Blusen: Die ältesten erhaltenen Stücke und die dazugehörigen Informationen stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ihre Verzierung unterscheidet sich in den nördlichen und südlichen Gebieten der Region. In den nördlichen Dörfern wurde früher das Schulterblatt betont, was durch die Blusen im Ungarischen Ethnographischen Museum belegt wird, die Zoltán Kodály Anfang des 20. Jahrhunderts in Eger-Szegen sammelte. In den südlichen Dörfern wurde jedoch nur das Ende des langen Ärmels bestickt. Schöne Beispiele hierfür sind die langen Hemden aus Pográny vom Ende des 19. Jahrhunderts, die beispielsweise im Dorfmuseum Pográny erhalten geblieben sind. Die heute als Zoboralji bekannten Hemdenstickereien entstanden aus einer Kombination beider Techniken.
Obwohl die heute bekannten Leinenstickereien an den Ärmeln der Zoboralji-Frauenhemden relativ jung sind, geben ihre Motive keinen Aufschluss über die Methode und Richtung der Überlieferung (wie etwa bei den Kopfbedeckungen der Frauen). Auch der Musterschatz wirkt nur für Außenstehende einheitlich; genauere Kenntnisse ermöglichen es, die Muster der Mikroregionen (Dörfer von Vízmeg, Hegymeg sowie die nördlichen und südlichen Dörfer der Region) und die Kompositionen auf den Ärmeln zu unterscheiden. Der Musterschatz und die Kompositionen der nördlichen Gebiete sind reicher, vielfältiger und farbenprächtiger. (Beispielsweise sind die Hamka- oder Hamkó-Birnbaummotive und die dichte Spitze typische Muster nordischer Dörfer.) Auch die „post-writing váhegy“ oder die einfarbige Stickerei der Hemdschulter bereicherte den Musterschatz der nordischen Dörfer und weist Ähnlichkeiten mit der Volkstracht der weiter nördlich gelegenen slowakischen Regionen auf. Bezeichnenderweise wird diese Stickerei auch in der slowakischen Literatur der Stickerei der Frauenhemdschultern aus Zoboralj zugerechnet.⁴ In den nördlichen Dörfern wurden stets eine oder mehrere Reihen zusätzlicher Muster über dem unteren Ärmelmuster (seitliche und umlaufende Muster) aufgenäht. Im Norden wurden die Muster auch früher farbig.
In den südlichen Dörfern blieben die mit Cvern (selbstgesponnenem Leinenfaden) oder blau gefärbtem Garn gestickten Muster länger erhalten. Als die Farbgebung diesen Teil der Region erreichte, begann die Entfärbung und wurde dann abgeschlossen.
Die Verwendung dekorativer Laken endete sogar noch früher (nach dem Zweiten Weltkrieg), doch die reich bestickten Stücke werden bis heute (auch in modernen Haushalten) in den Tiefen der Schränke aufbewahrt und warten auf eine neue Verwendung. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts webten die Frauen von Zoboralj, allerdings nicht mehr aus Hanf, sondern aus einer Mischung aus Hanf und Baumwolle oder aus reiner Baumwolle.
Die Hemden und Stickmuster von Zoboralj bilden heute lebendige Volkskunst mit einer veränderten Funktion.
Der lokale Wert der alten, ursprünglich funktionalen Stickereien zeigt sich darin, dass man versucht hat, sie in neuer Form zu erhalten. So findet sich beispielsweise das Stickmuster eines Herrenhemdes als Tischdeckeneinsatz wieder: Die beiden Stoffkanten wurden mit der Ärmelstickerei kombiniert. Gleichzeitig wurde beispielsweise ein von einem Bauern besticktes Herrenhemd eindeutig aus der safranfarbenen, bestickten Tagesdecke genäht, vermutlich für Bühnenauftritte. Das Tragen der heute üblichen, engärmeligen Kurzhemden dauerte daher in ihrer ursprünglichen Funktion maximal drei bis vier Generationen an.
Obwohl die heute bekannten Leinenstickereien an den Ärmeln der Zoboralji-Frauenhemden relativ jung sind, geben ihre Motive keinen Aufschluss über die Methode und Richtung der Überlieferung (wie etwa bei den Kopfbedeckungen der Frauen). Auch der Musterschatz wirkt nur für Außenstehende einheitlich; genauere Kenntnisse ermöglichen es, die Muster der Mikroregionen (Dörfer von Vízmeg, Hegymeg sowie die nördlichen und südlichen Dörfer der Region) und die Kompositionen auf den Ärmeln zu unterscheiden. Der Musterschatz und die Kompositionen der nördlichen Gebiete sind reicher, vielfältiger und farbenprächtiger. (Beispielsweise sind die Hamka- oder Hamkó-Birnbaummotive und die dichte Spitze typische Muster nordischer Dörfer.) Auch die „post-writing váhegy“ oder die einfarbige Stickerei der Hemdschulter bereicherte den Musterschatz der nordischen Dörfer und weist Ähnlichkeiten mit der Volkstracht der weiter nördlich gelegenen slowakischen Regionen auf. Bezeichnenderweise wird diese Stickerei auch in der slowakischen Literatur der Stickerei der Frauenhemdschultern aus Zoboralj zugerechnet.⁴ In den nördlichen Dörfern wurden stets eine oder mehrere Reihen zusätzlicher Muster über dem unteren Ärmelmuster (seitliche und umlaufende Muster) aufgenäht. Im Norden wurden die Muster auch früher farbig.
In den südlichen Dörfern blieben die mit Cvern (selbstgesponnenem Leinenfaden) oder blau gefärbtem Garn gestickten Muster länger erhalten. Als die Farbgebung diesen Teil der Region erreichte, begann die Entfärbung und wurde dann abgeschlossen.
Die Verwendung dekorativer Laken endete sogar noch früher (nach dem Zweiten Weltkrieg), doch die reich bestickten Stücke werden bis heute (auch in modernen Haushalten) in den Tiefen der Schränke aufbewahrt und warten auf eine neue Verwendung. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts webten die Frauen von Zoboralj, allerdings nicht mehr aus Hanf, sondern aus einer Mischung aus Hanf und Baumwolle oder aus reiner Baumwolle.
Die Hemden und Stickmuster von Zoboralj bilden heute lebendige Volkskunst mit einer veränderten Funktion.
Der lokale Wert der alten, ursprünglich funktionalen Stickereien zeigt sich darin, dass man versucht hat, sie in neuer Form zu erhalten. So findet sich beispielsweise das Stickmuster eines Herrenhemdes als Tischdeckeneinsatz wieder: Die beiden Stoffkanten wurden mit der Ärmelstickerei kombiniert. Gleichzeitig wurde beispielsweise ein von einem Bauern besticktes Herrenhemd eindeutig aus der safranfarbenen, bestickten Tagesdecke genäht, vermutlich für Bühnenauftritte. Das Tragen der heute üblichen, engärmeligen Kurzhemden dauerte daher in ihrer ursprünglichen Funktion maximal drei bis vier Generationen an.