Wolf von Kempelen
Sonstige - andere
* Bratislava, 23. Januar 1734 – † Wien, 26. März 1804 / Hofrat, Erfinder, technischer Experte; ; Er begann seine Schulausbildung in seiner Heimatstadt. Er studierte Geisteswissenschaften und Jura in Győr und Wien. Nach der erfolgreichen Übersetzung des Maria-Theresien-Gesetzbuches ins Deutsche trat er in den Dienst der königlichen Kammer, wo er zunächst Sekretär und 1759 Direktor der ungarischen Salzbergwerke wurde. In dieser Funktion gelang es ihm, Ordnung im Bereich des Salzabbaus zu schaffen. 1769 ließ er in Bratislava eine Pontonbrücke errichten. 1770 wurde er Rat und Hauptdirektor. Er leitete den Bau des königlichen Palastes in Buda und war an der Verlegung der Nagyszombat-Universität nach Buda beteiligt. Ab 1786 war er Ratgeber in der vereinigten ungarisch-siebenbürgischen Kanzlei und trat 1798 zurück. Er war ein überaus vielseitiges Talent und besonders berühmt für seine Erfindungen und mechanischen Konstruktionen. Seine Wasserhebemaschine speiste die Fontänen von Schönbrunn. Er perfektionierte die Dampfmaschine und konstruierte den Vorläufer der Dampfturbine, eine Sprachnachahmungsmaschine (1778) und eine Schreibmaschine für Blinde. Er beaufsichtigte den Bau des Budaer Burgtheaters. Am bekanntesten ist er für seine Schachmaschine (1769), obwohl es sich dabei um ein raffiniertes Spielzeug handelte, das nur im Auftrag von Maria Theresia gefertigt wurde. Ihre Beschreibung wurde 1784 in der Ausgabe des Leipziger Magazins für Naturkunde, Mathematik und Ökonomie veröffentlicht. Ihre Struktur ist bis heute nicht geklärt, da die Maschine 1854 in Philadelphia abgebrannt sein soll. Er war ein großes Sprachtalent und beherrschte acht Sprachen in Wort und Schrift. Seine Studien zur Struktur der menschlichen Sprache gelten als Begründer der modernen Phonetik. Er wies beispielsweise den Unterschied zwischen der Bildung von Vokalen und Konsonanten nach und erkannte den Unterschied zwischen harten und weichen Konsonanten. Für diese Arbeiten eignete er sich physikalische, physiologische, linguistische und sogar umfassende anatomische Kenntnisse an. Um seine Theorie zu beweisen, baute er eine Sprechmaschine, die die Stimme eines drei- bis vierjährigen Kindes imitierte und Wörter relativ verständlich aussprach. Die Maschine basierte auf der Nachahmung der Funktion der Sprechorgane. Sie besaß einen Blasebalg, der den Lungen entsprach, eine Pfeife anstelle der Stimmbänder, Öffnungen anstelle der Nasenhöhle und einen Trichter, der die Mundhöhle imitierte. Ziel dieser Forschungen war es auch, die Heilung von Taubstummen und Sprachfehlern zu fördern. Er verfasste zudem Theaterstücke, Musikwerke und Gedichte, die zu seiner Zeit erfolgreich aufgeführt wurden. Er besaß das Gombán in Csallóköz. Sein Hauptwerk: Mechanismus der menschlichen Sprache, 1791.