Szélaknai (Hegybányai, Piargi) Tor
Gebäude, Struktur
Das ursprünglich 1554 im Renaissancestil erbaute Tor ist der einzige Überrest der ehemals vier Stadttore. Es wurde Ende des ersten Drittels des 18. Jahrhunderts im Barockstil wiederaufgebaut. Es ist auch als Hegybányai- oder Piargi-Tor bekannt und war von einer Mauer mit zwei Rundtürmen geschützt. Einer dieser Türme wurde 1910 im Zuge des Straßenbaus abgerissen. Das Tor wurde kürzlich stark beschädigt und wird offenbar restauriert. Sein Zustand ist deutlich verfallen, mit erheblichen Putzdefekten und abgebrochenen Teilen. Die Umgebung ist verschmutzt und von hohem Gras bewachsen. Die Stadt Selmecbánya, die für ihre Silberminen berühmt und begehrt war, lag ursprünglich auf dem Glanzenberg, wurde aber durch den Tatareneinfall von 1241/42 zerstört. Im 4. Jahrhundert siedelten sich sächsische Siedler (Hospes) an, die von König Béla aus dem Ausland eingeladen worden waren. Sie errichteten ihre Häuser in dem abgelegeneren Tal, umgeben von steilen Bergen. Über die Art der Befestigungsanlagen von Selmec, das den Status einer freien königlichen Stadt besaß, ist aus der Frühzeit nichts bekannt. So ist beispielsweise nicht bekannt, ob die böhmischen Hussiten, die sich zwischen 1440 und 1462 dort ansiedelten, Verteidigungsanlagen errichteten. Zur Zeit der verheerenden Zerstörung im Jahr 1442 durch das Heer von Bischof Simon Rozgonyi von Eger werden in den zeitgenössischen Quellen keine derartigen Anlagen erwähnt. Erst im folgenden Jahrhundert, angesichts der drohenden türkischen Gefahr, beschloss der Stadtrat von Selmec, die wenige Jahrzehnte zuvor im gotischen Stil umgebaute Pfarrkirche zu einer Burg umzubauen. So entstand die Alte Burg. In den folgenden Jahrzehnten wurden nach und nach auch die Tore und Mauerabschnitte, die die einzelnen Täler abriegelten, fertiggestellt. Nach der Verstärkung der Alten Burg in den Jahren 1546–59 wurden 1554 das Hegybánya-Tor, das Szentantal-Tor, das Béla-Bánya-Tor, das Bakabánya-Tor und das Nordwesttor fertiggestellt. Weiter landeinwärts, hinter dem Szentantal-Tor, beim Kammerhaus, versperrte eine mit Türmen befestigte Mauer den Weg vor feindlichen Angriffen. Die Neue Burg, die die Südseite der Bergwerksiedlung schützte, wurde zwischen 1564 und 1571 errichtet und vervollständigte damit das Verteidigungssystem von Selmecbánya. Von all diesen Toren ist heute neben der Alten und der Neuen Burg nur noch das Hegybánya-Tor erhalten. Das Béla-Bánya-Tor, das das nördliche Tal abschloss, wurde 1945 von den Deutschen gesprengt, die anderen Stadttore wurden bereits zuvor von den Einwohnern abgerissen.