Volkskampfkunstkultur in der Barkóság
Sonstige - andere
Das ungarische Volk ist ursprünglich ein Kriegervolk und besitzt daher eine charakteristische Kampfkultur. Wir unterscheiden zwei Richtungen dieser Kampfkultur: die volkstümliche und die militärische. Beide entspringen im Grunde derselben Wurzel und spalten sich ab einem bestimmten Alter in zwei Richtungen auf. Gegenstand unserer Forschung ist die volkstümliche Kampfkultur, die vorwiegend kindliche Tugenden beinhaltet, welche die Entwicklung kriegerischer Fähigkeiten fördern und eine rudimentäre Form darstellen. Wir können die volkstümliche Kampfkultur auch aus zwei Perspektiven betrachten: der der Hirten und der der Bauern (die keine Hirten waren). Wir legen den Fokus auf die Hirten, da bestimmte Werkzeuge wie Stöcke, Gabeln, Peitschen usw. zwar primär als Arbeitsgeräte dienten, im Alltag aber bei Bedarf auch als Waffen eingesetzt wurden. Daher wurde ihr Gebrauch bis ins Erwachsenenalter weitergegeben, während die Bauern diese kriegerischen Spiele im Allgemeinen nach dem Ende ihrer Kindheit aufgaben. Unser Untersuchungsgebiet war die Barkóság im Hochland, deren genaue Abgrenzung wir nicht präzise festlegen konnten. Wir nutzten Attila Paládi-Kovács' Werk „Barkóság és népe“ als Leitfaden, in dem er verschiedene Sichtweisen auf die Barkó-Dörfer darlegt. Wir versuchten, einen Mittelweg zu finden, und bezogen daher Gömöralmágy, Dobfenek, Gömörpéterfala, Jeszte, Gesztete und Détér mit ein. Wir befragten Personen unterschiedlichen Alters aus diesen Gebieten. Dabei wurde deutlich, welche Spiele sich im Laufe der Zeit durch äußere Einflüsse verändert hatten, welche inzwischen verschwunden waren und welche sich möglicherweise neu entwickelten. Das untersuchte Material konzentrierte sich insbesondere auf ungarische Volksringformen, Reifenpeitschen, Stockkampf, Fokos, Bogenschießen, Wurfspiele und das Messerspiel, das wir anhand der Daten von 28 Informanten ermittelten.