Vazul-Turm

Vazul-Turm

Gebäude, Struktur

Der Vazul-Turm war einst eine Festung, die nach und nach umgebaut wurde. Der ursprüngliche Turm war zweistöckig und hatte zwei Eingänge: einen vom Burghof, den anderen vom Kreuzgang. Im unteren Teil des Turms befinden sich Schießscharten, und im Obergeschoss wurden drei Fenster eingebaut. Ältere Fotografien belegen, dass der Turm ursprünglich kein Satteldach besaß; dieses ist das Ergebnis des letzten Umbaus. Unterhalb des Turms befindet sich das ehemalige Burggefängnis. Turm und Burgmauer umschließen einen kleinen Hof, in dem sich der etwa 60 Meter tiefe Burgbrunnen befindet. Nach dem Tod von Prinz Imre, dem Sohn des Heiligen Stephan, hätte Vazul den Thron beanspruchen können. Laut seinen Aufzeichnungen und der Chronik nominierte Stephan ihn zunächst, doch auf Druck von Königin Gizella ignorierte er ihn später und bevorzugte Peter Orseolo – Gézas Enkelin. Vazul wollte Peter nicht als Thronfolger anerkennen und soll laut einer weniger bekannten Legende Stephans an einer Verschwörung beteiligt gewesen sein. Daraufhin ließ Stephan ihn verhaften und in Nitra einkerkern. Um ihn schließlich unfähig zur Herrschaft zu machen, ließ man ihm die Augen ausstechen und seine Söhne verbannen. Die Chroniken stimmen jedoch darin überein, dass die Blendung auf Befehl von Königin Gisella erfolgte. Laut einer Chronik aus dem 14. Jahrhundert wurde ihm Blei in die Ohren gegossen, doch viele bezweifeln die Glaubwürdigkeit dieser Aussage, die möglicherweise als Entschuldigung für den heiligen König diente. Nach seiner Blendung verliert sich seine Spur. Historiker vermuten, dass er an den Folgen der Folter starb. Später bestiegen Vazuls zwei Söhne – András und Béla – und dann seine beiden Enkel – Géza und László – den ungarischen Thron. Und es war Ladislaus, der später im Jahr 1083 Stephanus zum Altar erhob und selbst im Jahr 1192 von Papst Coelestin III. heiliggesprochen wurde. Die Gestalt des heiligen Ladislaus, unseres legendären Ritterkönigs, ist bis heute im Wappen des Landkreises Nitra zu sehen.

Inventarnummer:

1977

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Nyitra   (A Nyitrai vár területén - Nitrianský hrad)