Vága-Dialekt
Sonstige - andere
Die Vága-Sprache ist ein Wert, der bewahrt werden muss. Vága liegt im Nordosten von Mátyusföld, an der ungarisch-slowakischen Sprachgrenze. Der mündlichen Überlieferung der Einwohner zufolge wurde unser Dorf von szeklerischen Fischerfamilien aus Háromszék gegründet, die aus Siebenbürgen hierher geflohen waren, nämlich den Familien Nagy, Józsa, Puskás, Forró und Szabó. Es ist bekannt, dass unser charakteristischer Vága-Dialekt am meisten über unsere Herkunft verrät. Dies bemerkte auch unser ehemaliger Klassenlehrer Aladár Juhász im Jahr 1978, als er seine 15-jährige Lehrtätigkeit in Vága begann. Der Mann, der von weit her kam, war fremd und verstand unseren Dialekt nicht. Nach den ersten Monaten hing eine Tafel an der Wand unseres Klassenzimmers mit der Aufschrift: „So habt ihr gesprochen!“ Und darunter standen die Worte, die unsere Großeltern und Urgroßeltern aus der Vága hinterlassen hatten. Wir lachten herzlich darüber, denn es war für uns ganz natürlich, und wir brachten die zusätzlichen Wörter von zu Hause mit. Das gesammelte Material wurde auch in Buchform veröffentlicht, in dem der Autor Aladár Juhász über die Anfänge schrieb: „Bildung und Kultur sind eng mit der Pflege der Muttersprache verbunden. Und die Sprache der Vága veranlasste mich, sie genauer zu erforschen. Ich konnte nicht anders, denn ohne die Kenntnis des lokalen Dialekts hätte ich meine tägliche Arbeit in der Schule nicht verrichten können.“ Um zu verstehen, warum das Kind „meine Tasche“ sagt und schreibt, wovon es spricht, wenn es „ömêcső, kostrunkó, kohó, sulkó“ erwähnt, und was es tut, wenn es „kåcskãl, motolog, telëget, lecåpníl“ sagt. Der Vága-Dialekt nimmt unter den Dialekten eine besondere Stellung ein. Mit seiner Einzigartigkeit, seiner scheinbar ungewöhnlichen Struktur und seinem Wortschatz hat er die Aufmerksamkeit von Linguisten jenseits der Grenze auf sich gezogen. Zum Beispiel aus dem Wörterbuch der gebräuchlichsten Vága-Dialekte: åbålé = Name für Pökelfleisch, ågyusztãl = schlagen, zurückschlagen, åndung = Stärke, Stimmung, åzsåg = Ascherechen für den Ofen. båbråncó = mit Wasser verdünnte Marmelade, bådårãk = nutzlos, ungeschickt, båmbusz = Kuckuck, bånkå = einohriger Korb, bêzdêr = Frühlingszwiebel, ; bolog = besuchen, borsó = Bohne, bóhå = Art von Kinderspielzeug, brënyúkãl = krächzen, brudó = groß, riesig, brufog = sprudeln, brukó = das ; gefiederter Koffer, burgungyi = Beefsteak, bútoríl = stolpern; càltå = geflochtener Kuchen, cigóri = Chicorée, cinduló, cillinkó oder fütyüllő = männliche Genitalien, cohajda = alte Dame, cvërgli = spitzer Mais; csãcsó = gemischtes Pickle, csãl = lügt, tsingír = mit Wasser verdünnter Wein, csirő = Fohlen, csóvány = Brennnessel; döböny = emaillierter Fettbehälter (50 - 100 Liter), dörgöncs = Flussbarsch, dubincól, dubícmálól = Purzelbäume, dúg = redet viel, dzúgãl = stupst, schlägt; êbuk = ertrinkt im Wasser, êlbódúl = verirrt sich, élêslãdo = Mehlkiste, ênyízi mágãt = starrt; farcacska = Zopf, fentő = Weintraube, frintorog = risál, firhang = Vorhang, fosnyå = Stützbalken, főt bor = gekochter Wein, fürünnyi = baden z.B. im Váh; gádor = Säulendach, (be)gãfól = betrunken, gájsz = Erdöl, gáncå = Hirsebrei, gángos = großmäulig, sósátyár, (meg van)gégyózva = „gesalzen“, findet seinen Platz nicht, gërhó = menschlicher Kot, géríny = Frettchen, gërsli = Gerstenbrei, gíbëlás = im Können verloren, giglányå = ungeschickt, glény = Kaugummi, glocå = Klumpen im Brei, görböget = fängt an zu weinen, grimbló = ungeschickt, tutyimutyi, gúzs = verdrehte Schnur; gyerêkéz = gebären, gyëvír = Brasse; håmlãl = fangen, hãtgeréc = Rückgrat, hétutollå = Wochenende, himpí(é)r = Himbeere, hintő = Gewürz, holotr(u)tkó = kleiner Vogel, hölle = Maiskolbenhülle, hömbölgő = Straßenwalze, höröget = knurren, schreien; Gottes Brot = der Samen des Priesterkäses; héjvirãg = eine kleine, samtig beblätterte Pflanze, judå = ein Karnevalsferkel; kácskál = auf einem Bein hüpfen, kajmó = Haken, kākorja-kukusziå = Tanzschritt, kālãsz = Maiskolben, kāmfo = Stützbaum, kānigli = Kaninchen aus einer Höhle, kānikulãz = verrückt werden, hebehurgya, kanyhalló = verdorbener Mensch, (sein)kebelez = betrunken, keceráj = Tasche, kekk = stolz, kevert = eine Mischung aus Heu und Stroh, kindrusz = schwarz, kiptãk = ein kleines Schwein, kisefå = ein Stativ, das zum Töten von Schweinen verwendet wird, klomontól = sich winden, kohó = Ofen, Ofen, kómmogat = nagen, kom = Maiskolben, krãzli = ; Brandyglas, krëcsog = Quietschen, krimli = Egge, kúcsos = eine auf ein Glas gezeichnete geflochtene Hochzeitstorte, kúrentól = sich winden; lecåpnyíl = Wasserfälle, lingus = kleines unordentliches Zimmer, lendėk = Wicke; madzagos = starkes Pálinka gemischt mit Paprika, màskårå = 1. Kostüm, 2. Person, die auffallen will, melleszt = klopft, mihånyå = anständiges Familienmitglied, mokoló = ungeschickt, motóllå = Idiot, ungeschickt, motolog = versuchen und verlieren, motoszkãl = versuchen und verlieren, mórvãny = saure Sahne Kuchen, muruggyã = Miststroh, musëc = großes, fransiges Unkraut, musiró = kleines Schweinchen; nágykeskenyő = großer Schal; nyåfcså = tränenreich, weinerlich, nyehó = linkshändig ungeschickt, nyëtrêc = Kraut gegen Ohrenentzündungen, nyhelőd = nistet sich ein, nyökli = hilflos, nyuktícskó = kleine, gelbe Blume; obërkäz = Strauch, ocëtkaleves = Suppe aus dem Saft gekochter Nudeln, ogërgy(h)ó = formlos, ogromånkó = kleinkernige Pflaume, ojó = 1. Taverne, 2. Narr, ordung = Unordnung; ömêcső = Hebenetz, övëdző = Ruder; pãpo = Großvater, pãpó = Schnaps, pãtic = Paduc, pàszos = eng, gemütlich, pelvãsó = Suppe, (ki)pengyãz = klein, piliszőny = Schimmel, pintő = Damenhemd, Latzhose, pirosszëm = Rotflügelbrasse, pízsgyëlå = klein, winzig, pokol = die Grube des Ölpressenantriebsrades, pörős = Presse, prëzburs = Schweinekäse, prillå = altmodische Dame, pritykãl = ängstlich, pruszlik = Weste, pukånci = Popcorn, punkinådrãg = knielange Hose, Jogginghose, puruttyå = ekelhaft, unerträglich; råjcóljå = etwas erregt, råmpås = nicht süßer Most, rékli = Bluse mit Falten am Saum, rëkszëndãl = wandern, rentyűl = tanzen, ropka = wandern, róstat = wandern, rőfől = wandern, rüfke = Vagabund; (el)såbråkól = verschwinden, weggehen, såråglå = Gepäckträger am Fahrrad, sifonír = Kleiderschrank, sindő (sindël) = Schindel, sintöllő = schütteln, skëró = frisch geschälte Walnuss, skucskó = listig, sotisz = Tanzart, södrő (sodró) = Wirbelwind, szöprő = gepresste Traubenschale, sőőrőkóro = Scalamadé, strájfarúd = Wagenstange, subër = Tür; (im Anhang), subra = Osterpeitsche, sulkó = ungepopptes Popcorn, surmó = hilflos, gyüge, súscs(ty)í = Maiskolbenhülle, sútyël = Gewitter; szálól = essen, szåpulló = Holzbottich, melídbarsony = Art des Unkrauts, syró = Dachrinne, skidó = ungeschickt, strêkácsól = spritzend, szuglå = Sackgasse; táfó = tohonya, ungeschickt, tálinkó = Glaskappe, tellëget = winken, winken, téncs = Garbe, Handvoll, tíståbúzå = Weizen, toklåsz = körniger Schnurrbart, törökszővőmàrjå = schöne Frau, tråszolå = kotnyeles, trillå = chitri, bakfis, trimpãz = abreißen, abschneiden, tyükmony = Ei; ubony = Kleid; vådbãrsony = Unkraut, vålåmell = ein paar, vålóbå = vielleicht, vekerle = klein; zsëcskó = Beutel, zsemetnye = Abfall, Reste, zsubrik = geizig, zsundrog = grummeln, zsvåkotãl = waschen; ; Laut Ethnografen ist Vága eines der traditionsreichsten Dörfer in Mátyusföld. Deshalb schätzen wir lokale Werte, bewahren sie und pflegen auch unsere wunderbare Vága-Sprache, denn sie ist ebenfalls Teil unserer lokalen Kultur.