Ungarns erster Eisenbahntunnel

Ungarns erster Eisenbahntunnel

Gebäude, Struktur

Die Bahnstrecke zwischen Bratislava und Marchegg und der dazugehörige Tunnel wurden 1848 eröffnet. Einer der Fahrgäste des ersten Zuges beschrieb seine Erlebnisse so: „Unser Zug verließ den Bahnhof um halb sechs, und wie ein Blitz durchfuhren wir den Tunnel in zweieinhalb Minuten. Das Echo der rollenden Waggons und der Funkenregen der Lokomotive wirkten beklemmend und düster auf uns.“ Die Fahrgäste hatten Angst. Kein Wunder. Die Reisenden waren noch lange von der beeindruckenden Tunnelkonstruktion fasziniert. Wie wurde der Tunnel während der Reformation gebaut? Zunächst wurden fünf Schächte im Abstand von 110 bis 125 Metern in der geplanten Tunnelrichtung ausgehoben. Die Arbeiten begannen durch diese Schächte. Arbeiter wurden hinabgelassen und gruben von dort aus seitlich. Aushub, Gesteinsbruch und Grundwasser wurden ebenfalls durch Schächte an die Oberfläche befördert. Der Tunnel wurde also in mehreren Abschnitten gleichzeitig gegraben. An drei Brunnen mussten Dampfmaschinen aufgestellt werden, um die Pumpen und Hebezeuge anzutreiben. Der Bahnhof Bratislava wurde in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs errichtet und ermöglicht den Transport auf einer eingleisigen Bahnstrecke durch den unteren Sattel zwischen dem Kalvária- und dem Zergehegyek-Gebirge. Als Doppeltunnel ist er das wichtigste und markanteste Bauwerk der Bahnstrecke zwischen Bratislava und Marchegg. Ursprünglich als einfacher Tunnel konzipiert, wurde er vom Bauunternehmer Bódog Tallachini zwischen 1846 und 1848 erbaut. Er ist das erste Bauwerk dieser Art in Österreich und eines der ersten auf dem Kontinent. Zudem ist er der einzige Tunnel dieser Art in Österreich, der nach österreichischem System errichtet wurde. Seine Gesamtlänge zwischen den beiden Toren (Richtung Bratislava und Lamacs) betrug ursprünglich 703,60 Meter. Der Abschnitt von Marchegg nach Bratislava weist ein Gefälle von 6,66 % (1/550) auf. Der Bau des Tunnels war aufgrund der extrem ungünstigen, ständig wechselnden und chaotischen Gesteinsbeschaffenheit des Gebirges und seiner Wasserdurchlässigkeit eine sehr große und schwierige Aufgabe. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2.684.680 Kronen. Als der Personen- und Güterverkehr zwischen Budapest und Wien Ende der 1990er Jahre jedoch sprunghaft zunahm, reichte der Tunnel, der ursprünglich für zwei Gleise ausgelegt war, aufgrund der Abmessungen der heute verwendeten breiten Waggons aber nicht mehr aus. Auch der zunehmende Verfall des alten Tunnels trug dazu bei, weshalb der Abriss eines 110 Meter langen Abschnitts geplant wurde. Die Umsetzung des Plans begann 1899, doch am 18. Januar 1900 stürzte das marode Mauerwerk, dem Seitendruck der Berge nicht standhaltend, auf einer Länge von 8 bis 102 Metern und 28 bis 29 Metern ein. Der Einsturz führte zu einer 49-tägigen Verkehrsunterbrechung. Die Kosten für die Wiederherstellung beliefen sich auf 128.103 Kronen, zuzüglich der 63.656 Kronen für die Mauerwerks- und Stützarbeiten im alten Tunnel. Erfahrungsgemäß, aber auch aus lokalen Gründen, entschied man sich, anstatt den alten Tunnel zweigleisig zu erweitern, einen zweiten, parallel verlaufenden eingleisigen Tunnel zu bauen. Das Problem wurde schließlich mit einem Zwillingstunnel gelöst. Die Arbeiten begannen am 15. Dezember 1900 und wurden von der Firma Gregersen G. & Söhne ausgeführt. Sie wurden Ende September 1902 abgeschlossen und am 13. Oktober für den Verkehr freigegeben. Die Gesamtkosten, einschließlich der Entwässerungsarbeiten, beliefen sich auf etwa 977.000 Kronen. Das Gefälle des neuen Tunnels entspricht weitgehend dem des alten Tunnels und beträgt in Richtung Bratislava 6,51 %. Die Tunnel wurden nach englischer Bauweise mit Mittelgeländern errichtet. Entlang der Alagút-Straße befindet sich das Restaurant und Vergnügungslokal TuneI kert, das vor allem von Arbeitern an Sonn- und Feiertagen besucht wird. Östlich davon, in der Zergehegyi-Straße, stehen Sommerhäuser und die Arbeiterhäuser vom Typ Kühmayer. An der Fassade zum Hauptbahnhof sind noch einige Details des beschädigten ungarischen Wappens zu erkennen; es scheint, als hätten die Nachkommen jener, die die Vergangenheit vollständig auslöschen wollten, noch einiges zu tun.

Inschrift/Symbol:

1848. 1902.

Inventarnummer:

2247

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pozsony - Szőlőhegy   (Alagút sor (a Pozsonyi Nagyállomás területe) - Jaskový rad)