Überreste der St.-Jakobus-Kapelle
Gebäude, Struktur
Die Überreste der ehemaligen ersten Pfarrkirche des mittelalterlichen Dorfes St. Laurentius, einer Satellitensiedlung nordöstlich von Bratislava, wurden 1994 im Zuge eines Elektrizitätsprojekts entdeckt. Archäologische Untersuchungen konnten vier Bauphasen der Kirche nachweisen, und in der Umgebung wurden etwa 200 mittelalterliche Gräber gefunden. Die erste Phase, um 1100, umfasste eine runde Pfarrkirche aus Quadersteinen mit einem halbrunden Altarraum. Im 13. Jahrhundert, als wenige Meter nördlich der Rundkirche eine große, dreischiffige Pfarrkirche zu Ehren des Heiligen Laurentius errichtet wurde, diente das alte Gebäude als Friedhofskapelle. Dazu wurde ein Keller ausgehoben, in dem ein Beinhaus entstand. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde an derselben Stelle eine neue Friedhofskapelle im gotischen Stil erbaut, die den ursprünglichen Grundriss völlig veränderte. Diese kleine, allseitig mit Strebepfeilern verstärkte Kapelle mit Ostausrichtung bestand aus einem rechteckigen Kirchenschiff und einem polygonalen Altarraum, der von einem gotischen Gewölbe überspannt war. Der umliegende Friedhof blieb unverändert. Der letzte nachweisbare bauliche Eingriff erfolgte in der Neuzeit, als die brüchigen Mauern verstärkt und das Kirchenschiff neu gewölbt wurde. Die kleine Kapelle wurde 1774, zeitgleich mit der Schließung des Friedhofs, zerstört. Die Überreste der ausgegrabenen Kapelle sind im östlichen Teil des Platzes vor dem Marktgebäude zu sehen; sie ragen durch ein Schutzgebäude aus Glas und Metall, dessen Fenster Rekonstruktionszeichnungen und Beschreibungen in slowakischer und englischer Sprache enthalten.