Türkisches Bewusstsein
Sonstige - andere
Die Festigung der ungarischen Grenzen war typisch für die Randgebiete des Karpatenbeckens und wurde nicht nur von den Ungarn, sondern auch von den türkischen Begleitvölkern der Eroberer durchgeführt. So finden sich Spuren der Szekler nicht nur im Osten und Süden, sondern auch im Nordwesten, beispielsweise im Dorf Székelyboldogasszony am Ufer der Morva. Das szeklerische Bewusstsein ist in mehreren Dörfern von Zoboralja, wie Lédec, Gímes, Zséré und Kolon, lebendig. In Alsóbodok hingegen wurde das türkische Bewusstsein übernommen und ist bis heute präsent. Gyula Henkeys ethnologische Forschung bestätigte ebenfalls den hohen Anteil türkischer anthropologischer Merkmale in Zoboralja. Die Begleitvölker werden beispielsweise durch den Grenznamen Besenyő (eine verschwundene Siedlung der Petschenegen?), die nahegelegene Siedlung Berény, die im Mittelalter verschwand (von Turkvölkern bewohnt?), das noch heute existierende Dorf Kalász (1156 hieß es Qualiz, d. h. eine Siedlung der Kálizoken), den Sklavennamen Csász (1525 noch Chazar, d. h. Chasar) usw. erwähnt. Der häufigste Bodok-Personenname, Gyepes, hat lediglich mit der Wiese zu tun (sie siedelten sich übrigens aus dem nahegelegenen Kisherstyén hier an). Die bereits erwähnten Petschenegen, aber auch die Kumanen, sind in der Gegend gut dokumentiert (z. B. 1075, 1216, 1292 usw.). Die Nachbardörfer (z. B. Pográny) bezeichnen die Einwohner von Bodok noch immer als „Türken“. Wenn die Einwohner von Pográny nach Bodok fahren, sagen sie manchmal, sie gingen „in die Türkei“. In anderen Dörfern, z. B. in Nitra, hörten wir, dass die Bodoker sich etwas von den anderen Zoboraljiern unterschieden, von den „Braunen“ (was sich auf ihre dunklere Hautfarbe bezieht). Das Adjektiv „türkisch“ könnte sich auch auf die Zeit der türkischen Besatzung beziehen, also auf eine dauerhafte türkische Herrschaft, doch fanden wir keine Spuren davon, da Bodok etwa zur gleichen Zeit wie die umliegenden Dörfer zum Sandschak Eszetergom oder zum Újvár-Éjálet gehörte. Konversionen zum Islam waren in der Region Nitra selten, aber nicht beispiellos (so konvertierte beispielsweise der Adlige Wolfgang Nagy). Heute ist das Adjektiv „türkisch“ in Bodok nicht mehr abwertend, die Einwohner schämen sich nicht, und sogar die Lokalzeitung berichtete, dass Fußballfans aus Bodok die lokale Mannschaft mit türkischen Flaggen anfeuerten. Uns ist keine ähnliche Identität im Karpatenbecken bekannt.