Traditionelle Obstbäume
Sonstige - andere
Ein wichtiger Bestandteil der traditionellen Ernährung ist der Verzehr von Obst. Über die Jahrhunderte haben sich die alten Sorten gut an die lokalen Boden- und Klimabedingungen angepasst, sodass ihr Anbau auch heute noch empfehlenswert ist und vermutlich deutlich weniger Chemikalien benötigt würden. Äpfel gelten als die am weitesten verbreitete Obstart, und es waren viele lokale Sorten bekannt, wie zum Beispiel Bőralma, Panyikalma, Jonatán usw. Sie wurden auch für den Winter in Stroh gewickelt eingelagert. Der Birnbaum wird bereits im sogenannten Zweiten Zobor-Brief erwähnt, der 1113 in der Nähe von Nitra ausgestellt wurde. Die Bodok-Birne wird auch heute noch stark verehrt (Arpára írő-Birne, Hermán-Birne, Piros bélő-Birne, Télikörte usw.). Sie wurde sowohl frisch verzehrt, wobei die späten, dafür geeigneten Sorten als winterliche Vitaminquelle dienten, als auch zur Herstellung von Pálinka verwendet. Pflaumen wurden zu Marmelade, Trockenpflaumen und Pálinka verarbeitet. Zu den bekanntesten Sorten zählten Hosszúszemő, Gömbölyő, Sárgaszemő, Duráncai, Besztercei usw. Gelbe Aprikosen wurden häufig angebaut (ihre Bäume waren deutlich langlebiger als die anderen Sorten), ebenso wie Herbstaprikosen (diese beispielsweise in den Weinbergen), Kirschbäume (in Höfen und auf den Weinbergen) und Walnüsse (die in Gebäck und Kuchen beliebt waren). Der Maulbeerbaum (hier „Brombeerbaum“), der andernorts relativ selten war, entwickelte sich zu einer der am weitesten verbreiteten Baumarten, da er entlang aller Grenzstraßen (Öreg Pogrányi út, Lázaki út, Bábindal út, Szőlőhegyi út) wuchs. Unseres Wissens nach förderte die Seidenraupenzucht den großflächigen Anbau von Ebereschenfrüchten, die aber auch frisch verzehrt oder zur Pálinka-Herstellung verwendet wurden. Auf dem Weinberghang finden sich einige weitere Ebereschenbäume, die sehr geschätzt werden (fast jeder Baum trägt eine andere Fruchtart!). Ihre Früchte wurden frisch gegessen, nachdem sie braun geworden waren, aber auch zur Pálinka-Herstellung verwendet. Ebenso wartete man auf die leichte Gärung der Mispelfrüchte (hier „Muskoja“ genannt) auf dem Weinberghang. Heute breiten sich immer mehr moderne Arten aus, und auch seltene Feigen-, Kiwi-, Granatapfel- und nun auch Pistazienarten haben sich angesiedelt.