Volkstrachten und Traditionen von Dörfern, in denen Kurta getragen wird
Kulturelles Erbe
Kéménd ist das Zentrum der sechs Dörfer der Unteren Garam-Region (Kéménd, Bény, Kőhídgyarmat, Bart, Garampáld, Kisgyarmat), die für ihre Kurta-Röcke bekannt sind. Die charakteristische Tracht der Frauen ist der Kurta-Rock, der einzigartig ist und weltweit nur in diesen sechs Dörfern getragen wurde. Ich präsentiere die Brautkleidung von Emerencia Jancsovics. Die Hochzeit fand am 15. Oktober 1931 in Kéménd statt. Das Hemd war aus Leinen, die Ärmel aus gekaufter Spitze, verziert mit einem weißen Band – einer Armbinde. Das Hemd wurde mit einem Pruszlik getragen, an dem ein Pofándli (ein wurstförmiges Gesäßpolster) von Hüfte zu Hüfte angenäht war. Das Pofándli hielt den Rock und stützte die Hüften. Der Unterkörper war mit Unterröcken bedeckt, die aus Samt und Stoff gefertigt und mit grünem Seidenband gesäumt waren. Die Braut trug sechs Unterröcke. Darüber trug sie einen Rock aus dicker, hautfarbener Seide. Die Schürze wurde von einem Seidenrock bedeckt, der wiederum den Rock bedeckte. Diese Schürze wurde ebenfalls als Schürze bezeichnet. Die Hüften wurden mit einem weißen Band zusammengebunden, an dem vorne eine Schleife befestigt war. Dieses Band wurde Elibevaló genannt. Ein wichtiges Accessoire des Brautkleides war der Nyecces-Schal. Dieser war im Nacken mit einem Farraválo (Band) verziert. Der Hals war mit silbernen Perlen und Perlenketten aus weißen Bändern geschmückt. Über die weißen Strümpfe wurden rote Stiefel mit klappernden, quietschenden und sich drehenden Riemen gezogen. Der Kopf war mit einem hohen Kranz aus Blumen, Gänseblümchen und Schmetterlingen geschmückt. Der Kopf war im Nacken mit einem kleinen Kranz geschmückt, von dem Bänder bis zum Rock herabhingen. Zur Hochzeit trug die Braut ein Taschentuch in der Hand, nämlich ein Gebetbuch, einen Rosenkranz und ein Taschentuch. Die Informantin ist die Braut in schwarzer Schürze, Jancsovicsné Veronika Mocsi, geboren 1914, gestorben 2010. Sie trägt eine schwarze Schürze, weil der Bräutigam sie noch nicht zum Altar eingeladen hat. Erst nach der Einladung trug sie die weiße Schürze. Die Anhänger der „Kurtasoknyás falvak“ bewahren die Tracht treu und pflegen die Traditionen ihrer Vorfahren.