Statue von Michael Tompa
Statue, Denkmal, Gedenktafel
Mihály Tompa war ein Priester und Dichter, zusammen mit János Arany und Sándor Petőfi, ein Vertreter der ungarischen Volksdichtung des 19. Jahrhunderts, Namensgeber des Reformierten Gymnasiums in Rimaszombat und gebürtiger Einwohner der Stadt. Er war reformierter Pfarrer und diente während des ungarischen Unabhängigkeitskrieges von 1848/49 als Feldgeistlicher in der ungarischen Armee. Die Statue von Mihály Tompa steht im Stadtpark, nur wenige Meter von der Petőfi-Statue entfernt. Die Statue – ein Werk im romantischen Stil des Bildhauers Barnabás Holló – wurde am 4. Juni 1902 mit großem Pomp neben dem neu erbauten Kreishaus auf dem wunderschön gestalteten Platz im neuen Stadtzentrum enthüllt, der heute den Namen Tompa-Mihály-Platz trägt. Der Lauf der Geschichte ging auch an der Statue nicht spurlos vorüber. Tschechische Legionäre, die am 5. Juli 1919 einmarschierten, wollten sie stürzen, genau wie sie am 18. Juni 1919 die Kossuth-Statue in Rozsny umgestoßen hatten. Damals schritt der kurz zuvor ernannte Bezirksgouverneur Janko Jesenský ein, der selbst Schriftsteller war und den randalierenden Soldaten mit den Worten, solange er Gouverneur von Gömör sei, verbot, weiter zu randalieren. Solange er Gouverneur von Gömör sei, dürfe niemand die Statue des Dichters beschädigen. Die Ruhe währte nicht lange. Nach den erneuten Machtwechseln im Jahr 1946 wurde die Tompa-Statue in Rimaszombat, das zur Tschechoslowakischen Republik gehörte, in den Jahren der völligen Entrechtung und des kommunistischen und nationalistischen Terrors erneut zum Ziel. Ähnlich wie bei der Büste von István Széchényi im Stadtgarten – deren Bruchstücke seither verschollen sind – oder der Büste von István Ferenczy, dem Begründer der ungarischen Nationalbildhauerei – deren Kopf damals abgetrennt wurde –, ist Hass auf jedes Werk übergegangen, das eine bedeutende ungarische Persönlichkeit darstellt. Tompas Statue wurde am 16. November 1946 von ihrem Sockel gestoßen, und nur dank einiger wohlmeinender Menschen blieben zumindest einige Bruchstücke erhalten. Ende der 1960er Jahre wurde die Statue von Mihály Tompa, wenn auch nicht an ihrem ursprünglichen Standort, im Grünstreifen wiederaufgestellt, der aus dem Stadtgarten zum Garten des 1. Mai geworden war. Nach vielen Unruhen wurde Barnabás Hollós Werk schließlich am 5. Mai 1994 in der Nähe seines ursprünglichen Standorts auf dem Tompa-Platz eingeweiht, der vom alten Kreishaus, dem Gerichtsgebäude und dem Museumsgebäude begrenzt wird. Seit 2004 steht daneben auch eine Statue seines Freundes Sándor Petőfi, ein öffentliches Kunstwerk nach dem Vorbild von Miklós Izsó.