Thermalbad Lévárt
Postkarte
Der berühmte Kurort in Lévárt liegt heute leider in Trümmern. Wir können nur noch von seiner Geschichte erzählen. Im 19. Jahrhundert wurde im örtlichen Kataster Heilwasser entdeckt. Darauf errichtete Pál Csernus einen Kurort, der in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts landesweite Berühmtheit erlangte. Man erzählt sich, dass viele Menschen mit Krücken kamen, diese aber hier ablegen konnten und geheilt nach Hause zurückkehrten. Dezső Fabinyi stellte fest, dass „das Wasser der Szent-Antal-Quelle in Lévárt ein erdiges, bikarbonathaltiges radioaktives Wasser ist, das geringe Mengen an Borsäure und Tichumsalz sowie Alaun enthält“ und „geeignet ist bei Gicht und gichtbedingten Beschwerden, Schrumpfung, Hautkrankheiten, Lähmungen, Nervenerkrankungen, zur Heilung von Knochen und Periost, bei Verkrümmung, Restschweiß nach Entzündungen und Hämorrhoiden“. Laut der Broschüre, die der Kurbesitzer Tamás Plachy 1913 veröffentlichte, waren die Leistungen ausgezeichnet und preiswert: „Ein Einzelzimmer kostet 1 Krone 60 Fillér und 2 Kronen 50 Fillér. Ein Zimmer für zwei oder mehr Personen kostet 3 Kronen 20 Fillér. Das Essen ist ausgezeichnet und günstig. Tagesmahlzeiten kosten 4 Kronen 50 Fillér pro Person. Auch Gerichte von der Speisekarte sind preiswert.“ Es gab Bäder zweiter und erster Klasse, geschultes Personal für Massagen und Wasseranwendungen, eine Kegelbahn und unberührte Natur. Obwohl „man 2 Kronen pro Person und Woche für Musik bezahlen musste“, zeigt die zeitgenössische Broschüre, dass sich der Kurort vor allem an Gäste richtete, die Ruhe und Erholung suchten, und obwohl Abendunterhaltung nicht ungewöhnlich war. „Aus all dem geht klar hervor, dass das Leben in Lévártfürdő so günstig ist, dass sich selbst Menschen mit geringerem Einkommen einen Urlaub an diesem Ort leisten können, wo sie ihre Gesundheit mit lauwarmem Mineralwasser und sauberer Waldluft unterstützen können.“ (https://egykor.hu/levart/297)