Theresa von Braunschweig
Sonstige - andere
* Bratislava, 27. Juli 1775 – † Martonvásár, 17. September 1861 / Pionierin der ungarischen Kindergarten- und Frauenbildung; Sie verbrachte ihre Kindheit abwechselnd in Martonvásár und Buda. Von 1788 bis 1789 studierte sie an einer Wiener Bildungseinrichtung. 1793, nach dem Tod ihres Vaters, zog die Familie nach Wien. Dort begegnete sie Beethoven. Auf Reisen lernte sie 1808 in Yverdon (Schweiz) Pestalozzi (1746–1827) kennen, der großen Einfluss auf ihre späteren pädagogischen Bemühungen hatte. Ab 1817 lebte sie in Buda. Auf ihre Initiative hin wurde der Frauenverein Pest und Buda gegründet, und am 1. Juni 1828 gründete sie in Buda den ersten ungarischen Kindergarten namens Angyalkert. Am 15. Oktober 1828 gründete er eine experimentelle Handwerksschule (genauer: die Industrieschule in Kristina) für Mädchen ab sieben Jahren, die den Kindergarten verließen. Dort erlernten die Schülerinnen handwerkliche Fertigkeiten. Dank seiner umfangreichen Aktivitäten gab es 1836 bereits 14 Kindergärten im Land. Seine pädagogischen Ansichten waren von Wilderspin (1791–1866), einem Schüler von Pestalozzi und Owen, beeinflusst, doch berücksichtigte er auch die weniger entwickelten Verhältnisse seines Landes. 1836 gründete er gemeinsam mit den fortschrittlichen Führern der adligen Opposition (Lajos Kossuth, István Bezerédj, Móric Szentkirályi) den Verein zur Förderung der Kindergärten in Ungarn. Die gegründeten Kindergärten waren säkular. In den 1840er Jahren setzte er sich zudem im Rahmen einer sozialen Bewegung für die Gründung eines nationalen Instituts für Frauenbildung ein. Er war eine der entschiedensten Verfechterinnen der Gleichberechtigung der Frauen. Die Familie Brunszvik war eng mit Beethoven befreundet, der ebenfalls auf ihrem Schloss in Martonvásár weilte. Lange Zeit galt Theresa Brunszvik als Empfängerin von Beethovens berühmten Briefen an seine „unsterbliche Geliebte“. Nach 1849 durchsuchten die Behörden mehrmals ihr Haus und stellten sie sogar vor Gericht, doch aufgrund ihres Alters wurde sie schließlich nicht verurteilt. Ab 1856 lebte sie in Duka bei Vához. Ihre Hauptwerke: ; Aufruf zur Errichtung einer Erziehungsanstalt, o. O., ; Abhandlung über den unendlichen Nutzen, den Schulen für junge Kinder bieten, o. O., ; Satzung des nationalen Verbandes für die frühkindliche Erziehung durch Vormünder und Erziehungseinrichtungen, 1830; Mein halbes Jahrhundert (Memoiren von B. T. – übersetzt von Béla Petrich), 1926.