Wöchentliche Tabakproduktion
Sonstige - andere
Die Sämlinge wurden in einem Frühbeet mit Erde oder Asche ausgesät, da es sich um sehr kleine Samen handelte. Nach der Keimung und dem Auflaufen benötigten sie ständige Pflege. Sie mussten gegossen, belüftet und vereinzelt werden. Sie wuchsen innerhalb von ein bis zwei Monaten und wurden Ende April oder Anfang Mai ausgepflanzt, wofür der Boden bearbeitet werden musste. Die Reihen wurden mit einem Reihenzieher gezogen, die Sämlinge mit einem Pflanzstab oder einer Hacke eingesetzt, die direkt vor Ort gegossen werden musste. Anschließend wurden die ausgepflanzten Sämlinge erneut gegossen. Sie wurden drei- bis viermal gehackt, bis sie geerntet werden konnten. Bildeten sich Blütenknospen, wurden diese abgeknipst (Austrieb). Nach einer Woche konnten die Seitentriebe abgebrochen werden (Abschneiden). Dies war notwendig, damit die anderen Blätter größer und gesünder wurden und schneller reiften. Die Blätter wurden einzeln abgebrochen, sobald sie reif waren, nicht alle auf einmal, sondern nur die reifen von unten nach oben. Anschließend wurden die Blätter zum Trocknen gebracht, welken gelassen, die Ähren entfernt und dann mit einer großen Nadel durch die dicken Blattadern gestochen. Diese so aufgefädelte Tabakschnur nannte man Lauch. Die Tabakfäden wurden dann in der Sonne oder an einem gut belüfteten Ort, beispielsweise in Scheunen, getrocknet. Nach dem Trocknen wurden sie verknotet, nach Größe und Farbe sortiert, glattgestrichen und schließlich zusammengebunden.