Stephen Lumnitzer

Stephen Lumnitzer

Sonstige - andere

* Selmecbánya, 4. April 1749 – † Bratislava, 11. Januar 1806 / Arzt, Botaniker, Apotheker; Geburtsdatum und -ort waren lange Zeit umstritten. Einige Quellen nennen Besztercebánya und das Jahr 1740 (z. B. MÉL, Zoltán Gombocz), während Szinnyei ihn 1747 als Geburtsjahr angibt. Er begann sein Studium in Selmecbánya und studierte Medizin in Jena, Halle, Wien und Nagyszombat. Seinen Doktortitel erwarb er 1777 in Nagyszombat als Schüler von József Jakab Winterl. Anschließend absolvierte er Praktika in Bratislava (1777–1785) und danach in Szentgyörgy und Bazin (1785–1791). 1791 ließ er sich dauerhaft in Bratislava nieder, gründete eine Familie und wurde Stadtarzt. Während der Napoleonischen Kriege erkrankte er an einer Typhusepidemie. Neben seiner medizinischen Tätigkeit widmete er sich vor allem der Botanik und der Flora Bratislavas und seiner Umgebung. Er entdeckte zahlreiche neue Pflanzenarten, beschrieb fast 1300 Arten, und sein Herbarium gelangte in den Besitz des Ungarischen Naturhistorischen Museums. Aus den Beständen seines Herbariums, die sich auf die Region um Bratislava bezogen, stellte er 1791 in Leipzig das Werk „Flora Posoniensis exhibens plantas circa Posonium sponte crescencentes ; secundum systema sexuale Linneanum digestas“ zusammen und veröffentlichte es. Dies war das erste Werk in Ungarn, das die gesamte Flora eines Gebiets, sowohl Gefäß- als auch Kryptogamenpflanzen, erfasste. Seine Gründlichkeit zeigt sich darin, dass es etwa 80 Prozent der heute bekannten Flora der Region enthält. Mehrere Pflanzenarten tragen seinen Namen. Sein Enkel, Sándor Lumniczer (1821–1892), war ebenfalls Arzt und einer der bedeutendsten ungarischen Chirurgen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Inventarnummer:

12280

Sammlung:

Werte-Repository