István Cornides

István Cornides

Sonstige - andere

Komját, 7. Dezember 1920 – † Budapest, 1. November 1999 / Experimentalphysiker, Hochschullehrer; ; Geboren auf dem Gut Ódögös, das zum Standesamt Komját gehörte, wo sein Vater als Landbeamter tätig war. Mütterlicherseits stammte er aus der Region Zips. Er absolvierte seine Grundschulbildung in Tardoskedd, Vágtornóc, schloss 1938 das Benediktinergymnasium in Komárom ab und wurde anschließend Mitglied des Eötvös-Kollegs sowie Student der Mathematik und Physik an der Pázmány-Péter-Universität in Budapest. Ab 1942 war er Kollege von György Békésy (1899–1972), einem Physiker, der später den Nobelpreis erhielt, am Institut für Angewandte Physik. Im Oktober 1944 wurde er zum Militärdienst eingezogen und geriet in Deutschland in britische Kriegsgefangenschaft. Im Herbst 1946 kehrte er nach Hause zurück und nahm seine Stelle an der Universität an. Er organisierte Demonstrationsversuche für angehende Physiklehrer, leitete einen modernen Workshop und gestaltete Laborübungen, die den Anforderungen der Chemieausbildung entsprachen. Anfang der 1950er-Jahre begann er mit der Massenspektrometrieforschung. Während der Revolution von 1956 wurde er zum Vorsitzenden des Revolutionskomitees der ELTE TTK gewählt. 1957 wurde er für mehrere Monate inhaftiert. Nach seiner Freilassung wurde ihm der Zugang zu Hochschulbildung verwehrt. Zwischen 1957 und 1964 fand er eine Anstellung als Facharbeiter im Chemiekombinat Borsod in Kazincbarcika. Er trug mit massenspektrometrischen Tests zur Inbetriebnahme des Werks bei. 1964 wurde er Leiter des Fachbereichs Physik an der Universität für Schwerindustrie Miskolc. Zwischen 1966 und 1985 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bergbauforschung und Leiter des Labors für Massenspektrometrie. Von 1968 bis Mitte der 1990er-Jahre lehrte er Physik und Physikalische Chemie auf Ungarisch am Pädagogischen Kolleg in Nitra und anschließend an der daraus hervorgegangenen Konstantin-Universität, wo er eine Forschungsgruppe für Massenspektrometrie gründete. Die Eötvös-Loránd-Universität rehabilitierte ihn 1990 und verlieh ihm den Titel eines Honorarprofessors. Er verfasste hauptsächlich Lehrbücher, veröffentlichte aber auch einige seiner Dissertationen. Seit 2001 findet am Selye-János-Gymnasium in Komárom jährlich der Cornides-István-Gedächtniswettbewerb in Mathematik und Physik statt. Am Ende des Schuljahres erhalten zwei Schüler des Gymnasiums das Cornides-István-Stipendium. Sein Andenken wird zudem durch einen nach ihm benannten Physikprofessor an seiner ehemaligen Alma Mater bewahrt.

Inventarnummer:

11903

Sammlung:

Werte-Repository