Statue von Béni Egressy
Statue, Denkmal, Gedenktafel
Seine Familie stammte aus einer alten reformierten Priesterdynastie im Komitat Borsod, hatte ihren Ursprung aber vermutlich in Egres in Abaúj. Ferdinand II. verlieh ihnen 1639 neben dem Namen Galambos den Namen Egresi oder Egressy als Zeichen ihres Adelsstandes. Sein Großvater und Urgroßvater väterlicherseits waren beide bekannte reformierte Geistliche, ebenso wie sein Vater (Pál, geboren 1770). Sein Onkel väterlicherseits (Samu) hingegen war ein Musikliebhaber und Komponist. Er vertonte auch zwei Gedichte von János Arany: „Sírva yón a magyar nóta világra“ und „Leesett a Rigó lovam patkója“. Pál Egressy (der Vater) studierte in Sárospatak, Wien und Jena, lehrte in Miskolc und war zudem ein angesehener Sänger und Redner. Er spielte mehrere Instrumente (Klavier, Violine, Flöte) so gut, dass die familiäre Atmosphäre vom Gesang durchdrungen war. Pál wirkte auch in Jánosi und Putnok, wo er ein Waisenmädchen heiratete, das vom örtlichen Prediger aufgezogen worden war (Juliana Juhász). Ihr erster Sohn (Pál) wurde hier geboren, dann Gábor 1808 in Lászlófalva und später Béni am 21. April 1814 in Sajókazinc (dem heutigen Kazincbarcika). Von dort zogen sie bald nach Sajókápolna, wo der kleine Béni den Großteil seiner Kindheit verbrachte. Béni wurde bald Schüler der Realschule in Miskolc, wo damals noch Latein unterrichtet wurde, und setzte seine höhere Ausbildung anschließend in Sárospatak fort. Seine Eltern hätten ihn gern im Priestergewand gesehen, doch er wollte in die Fußstapfen seines Bruders treten und Schauspieler werden. Er könnte Déryne und Rózá Laborfalvi (später Jókainé) bewundert haben, die damals dort auftraten. Er war ein ausgezeichneter Schüler in Sárospatak, insbesondere in Musik und ungarischer Literatur. Zu dieser Zeit studierte auch János Erdélyi, der nur drei Wochen älter war als er, in Patak. Aufgrund der sich verschlechternden finanziellen Lage seiner Familie ging er 1831 jedoch als Lehrer arbeiten. Zunächst versuchte er sich in Mezőcsát, dann reiste er am 23. Januar 1833 nach Košice (wo sein Bruder Schauspieler war und sie die Uraufführung von „Bánk bán“ vorbereiteten) und fand eine Stelle als Lehrer im nahegelegenen Szepsi. Er dürfte dort nicht länger als ein Jahr gelebt haben, denn Anfang 1834 arbeitete er bereits als Helfer bei der Košice-Theatergruppe, schrieb Theaterstücke und sang im Chor. Sein Name tauchte erstmals am 23. April 1834 auf der Bühne auf. Kurz darauf mussten die Schauspieler aus Košice aufgrund finanzieller Schwierigkeiten abreisen und zogen nach Cluj-Napoca, Nagyvárad und Buda. Zur Truppe gehörten unter anderem Namen wie Déryné, Egressy, Endre Latabár, Udvarhelyi, Szentpétery und Megyeri. In Košice nahmen deutsche Schauspieler ihren Platz ein, worüber Petőfi später in seinen Reisebriefen aus Košice sehr anschaulich berichtete. Mit gerade einmal 21 Jahren spielte er bereits 15 Rollen am Budaer Burgtheater, hauptsächlich in Musik- und Gesangsstücken. Chorleiter war Ferenc Erkel, und die Liedtexte stammten von Egressy. Am 28. September 1835 gehörte er zu den Schauspielern, die mit dem Bau eines Theaters auf dem Grassalkovich-Grundstück in Pest begannen. In der Zwischenzeit erhielt er auch Hauptrollen, wie die des Figaro, und bis Ende 1936 hatte er über 100 Rollen gespielt. Das Ungarische Theater in Pest (später Nationaltheater) wurde am 22. August 1837 mit dem Stück „Das Erwachen des Árpád Vörösmarty“ eröffnet. Das neue Theater bot sowohl Autoren als auch Schauspielern Raum, und auch das Publikum bezeugte mit seiner Anwesenheit seine ungarische Identität. Béni übersetzte, bildete Chorsänger aus, stellte ein Orchester aus Roma zusammen, seine Vertonung von 146 Gedichten (zum Beispiel von Petőfi) ist bekannt, und er schrieb die Libretti für „László Hunyadi“ und „Bán Bán“ für Erkel. 1843 gewann er den Wettbewerb zur Vertonung von „Szózat“. Aufgrund seiner Lungenschwäche musste er die Hauptrollen als Sänger aufgeben. Während des Unabhängigkeitskrieges spielte er nur bis September 1848 und meldete sich dann freiwillig zum Militärdienst. In der Schlacht bei Kápolna wurde er verwundet und anschließend nach Komárom versetzt, wo ihn György Klapka zum Orchesterleiter ernannte. Hier komponierte er den berühmten Klapka-Marsch („Auf, auf, ich kämpfe für die Schlacht…“). Als Soldat in Komárom wurde er nach der Kapitulation nicht bestraft und spielte Anfang 1850 wieder. In diesem Jahr trat er an fast 150 Abenden in 15 Rollen auf, doch sein sich verschlechternder Gesundheitszustand erlaubte ihm dieses Pensum nicht mehr, und am 17. Juli 1851 starb er. Insgesamt trat er etwa 2000 Mal auf und verkörperte 324 Rollen. Auf seinem Grabstein stand geschrieben: „Wer in der Erinnerung seiner Lieben weiterlebt, stirbt nicht, er ist nur fort. Der Tote ist der, der vergessen wird.“ (Sein erster Grabstein wurde zerstört, doch Ferenc Szilágyi und seine Familie ließen ihm 1994 auf dem Kerepesi-Friedhof in Budapest einen neuen errichten.) Daher war es für die Einwohner von Szepsi selbstverständlich, dass bei der Übernahme der Organisation des nationalen Dorftheaterfestivals durch das Regionalkomitee Csemadok auf Vorschlag von Ferenc Boda auch der Name Béni Egressy aufgenommen wurde, obwohl der Ort nur eine kurze Episode in dessen Geschichte war. Als Szepsi die beantragten Fördermittel für die Sanierung des historischen Stadtkerns erhielt, wurde auch die Errichtung einer Statue von Egressy ausgeschrieben. Diese wurde schließlich von dem Künstler György Ferenc aus Nagykapos aus Marmor des örtlichen Kalksteinbruchs geschaffen.