Statue des Heiligen Florian
Statue, Denkmal, Gedenktafel
Die Gestalt des heiligen Florian, des Schutzpatrons gegen Feuer, erlangte Ende des 15. Jahrhunderts große Bekanntheit. Sein Kult entwickelte sich in Bayern, Österreich, Tschechien und im südlichen Polen, und verschiedene Darstellungen von ihm verbreiteten sich auch dort. In Ungarn sind Darstellungen von ihm aus dem 17. Jahrhundert belegt. Heute ist er der Schutzpatron der Feuerwehrleute, und sein Gedenktag ist der 4. Mai. Brände verwüsteten oft Dörfer und Marktflecken mit Schilf- oder Strohdächern. Auch in der Geschichte von Csútsót sind mehrere Brände bekannt, der verheerendste ereignete sich 1830, als der südliche Teil des Dorfes durch einen brennenden Hanfhaufen vollständig zerstört wurde. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in der Siedlung mehrere Brände. Die organisierte Brandbekämpfung war seit dem Mittelalter Aufgabe der Zünfte in den Marktflecken. Mit der Auflösung der Zünfte übernahmen die neu gegründeten freiwilligen Feuerwehren diese Aufgabe. Die Donnerstagsfeuerwehr war eine der ersten im Kreis Bratislava und wurde bereits 1893 gegründet. Mit der Verbreitung der Dreschmaschine gewann der Brandschutz deutlich an Bedeutung, und noch Mitte des 20. Jahrhunderts richteten Schornsteinbrände im Dorf verheerende Schäden an. Es ist daher kein Zufall, dass die Statue des Heiligen Florian 1893 von der ersten Dreschmaschinenfirma im Dorf errichtet wurde. (Diese Firma hatte übrigens 1890 die erste Dreschmaschine in Wien gekauft.) Die Statue steht auf einem ehemaligen Hügel mitten im Dorf und ist bis heute gut erhalten. Der Sockel der Statue besteht aus zwei Teilen: Die gerahmte Marmortafel im unteren Teil trägt vier Namen (János Valacsai, István Tomasek, János Sill, István Sill), die gerahmte Tafel im oberen Teil ebenfalls vier (Ferenc Németh, Jakab Sill, Ferenc Író, Imre Kállai). Über dem Sockel erhebt sich eine korinthische Säule mit kunstvoll gearbeiteten Akanthusblättern. Auf der Säule steht der heilige Florian in römischer Militärkleidung in einer klassischen Pose: Er gießt Wasser aus einem Eimer auf ein brennendes Haus. Die Figur selbst war ursprünglich hautfarben bemalt, ihre Kleidung in verschiedenen Farben. Im Zuge der Restaurierung im Jahr 2013 erhielt die gesamte Statue eine einheitliche sandfarbene Färbung. Heute wird sie regelmäßig von der Freiwilligen Feuerwehr instand gehalten.