Statue der Heiligen Elisabeth aus der Árpád-Dynastie
Statue, Denkmal, Gedenktafel
Im Innenhof der Burg Bratislava befindet sich eine lebensgroße Bronzestatue der Heiligen Elisabeth aus dem Geschlecht der Árpáden. Sie hält Rosen in der linken Hand und reicht einem liegenden Bettler mit der rechten Brot. Die Statue ist mit einer Informationstafel aus Bronze versehen, die neben englischem und deutschem Text (untypisch für Bratislava) auch Informationen über das Leben der Heiligen in ungarischer Sprache enthält. Das Werk des italienischen Bildhauers Norbert Sadei wurde 2001 enthüllt. Die Heilige Elisabeth aus dem Geschlecht der Árpáden (im deutschsprachigen Raum oft auch Heilige Elisabeth von Thüringen genannt) (Sárospatak, 1207 – Marburg, 17. November 1231) war die Tochter von König Andreas II. von Ungarn und Gertrud von Meranien. Es gibt verschiedene Theorien über ihren Geburtsort, darunter Sárospatak, Óbuda und Bratislava. Sárospatak gilt als die wahrscheinlichste Geburtsstätte. Elisabeth war das dritte von fünf Kindern. Ihr Bruder wurde später als Béla IV. König von Ungarn. Sie wurde in Buda mit großem Pomp getauft. Auf Wunsch des Markgrafen Hermann I. von Thüringen wurde Elisabeth im Alter von vier Jahren, dem damaligen Brauch entsprechend, mit Hermann, dem Sohn des Markgrafen, verlobt. Elisabeth wurde nach Eisenach und später auf die Wartburg geschickt. Sie genoss eine gute Erziehung beim Markgrafen, der Literatur und Musik liebte, und seiner tiefgläubigen Frau. Ihre Mutter starb 1213, woraufhin sie lange Zeit unter Albträumen litt. Ihr Verlobter, der kränkliche Hermann, starb 1216 im Alter von 19 Jahren. Nach einigen politischen Wirren hielt ihr jüngerer Bruder Ludwig, Elisabeths bester Freund, um ihre Hand an. Die Hochzeit fand 1221 in Eisenach statt. Elisabeth führte eine glückliche Ehe mit Ludwig, der sieben Jahre älter war als sie. Ihre Kinder waren Hermann (28. März 1222), Sophia (20. März 1224) und Gertrude (29. September 1227). 1222 kehrte sie mit ihrem Mann nach Bratislava zurück, um dort nach den Flitterwochen eine Art „Nachhochzeitsreise“ zu unternehmen. Erst hier erfuhr sie die tragische Geschichte vom Mord an ihrer Mutter. Elisabeth begann früh ein asketisches Leben: Sie fastete oft, geißelte sich selbst und trug einen Bußgürtel. Häufig hielt sie Nachtwache. Nach der Geburt ihres ersten Kindes gründete sie ein Waisenhaus und half den Armen. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes gründete sie aus Dankbarkeit ein Krankenhaus mit 28 Betten, in dem sie selbst Kranke pflegte. 1225 zog Ludwig als Vasall an der Seite Friedrichs II. in den Krieg, und Elisabeth übernahm die Verwaltung der Provinz. Sie versuchte, die Wunden von Hungersnöten und Epidemien zu heilen, öffnete die Vorratskammern der Wartburg und speiste die Armen. Sie selbst lebte bescheiden. Die Familienmitglieder beobachteten Elisabeths vermeintliche Verschwendung mit Sorge, doch Ludwig billigte nach seiner Rückkehr alles. Als Friedrich II. gekrönt wurde, versprach er Papst Innozenz III. einen Kreuzzug. Auch Ludwig war von der Erfüllung dieses Versprechens betroffen. Elisabeth selbst nähte das Kreuzfahrersymbol auf die Kleidung ihres Mannes. Von da an trug sie Trauerkleidung. Ludwig starb am 11. September 1227. Sie konnte ihre Tochter Gertrud, die am 29. September geboren war, nicht mehr sehen. In einem Brief ermutigte Papst Gregor IX. Elisabeth mit väterlichen Worten und ernannte den sehr strengen Meister Konrad zu ihrem Beichtvater und offiziellen Beschützer. Ludwigs jüngere Brüder, Heinrich Raspe und Konrad, behandelten Elisabeth sehr hart. Die 20-jährige Witwe wurde des Rechts beraubt, ihr Eigentum und die Einkünfte aus den Gütern ihres Mannes zu verwalten. Aufgrund dieser Lage verließ sie eines Oktobertages unbemerkt mit ihrem Neugeborenen die Wartburg und ließ am nächsten Tag ihre beiden anderen Kinder nachholen. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt mit Spinnen und zog ihre Kinder mit ihrem verbliebenen Schmuck auf. Bischof Eckbert von Bamberg nahm sie auf Schloss Pottenstein auf und riet Elisabeth zur Wiederverheiratung. Kaiser Friedrich II. hielt um ihre Hand an, doch Elisabeth lehnte eine Wiederverheiratung ab. Sie konnte für kurze Zeit auf die Wartburg zurückkehren, zog aber auf Anraten ihrer Familie nach Marburg. Sie trat dem Dritten Orden des Heiligen Franz von Assisi bei und trug fortan ein schlichtes graues Gewand. Obwohl sie von Andreas II. eingeladen wurde, kehrte sie nicht nach Ungarn zurück, um ihre Kinder zu erziehen. Elisabeth kündigte ihren Todestag drei Tage im Voraus an. In der Nähe ihres Grabes ereigneten sich mehrere wundersame Begebenheiten. Papst Gregor IX. sprach sie 1235 heilig. 1236 begann der Bau der Elisabethkirche über ihrem Grab in Marburg, die 1283 fertiggestellt wurde. In Ungarn ließ Béla IV., Elisabeths Bruder, die erste Kirche zu ihren Ehren in Kápolna errichten. Elisabeth wird üblicherweise mit Rosen in Schürze und Korb dargestellt. Dies geht auf die Legende zurück, dass Elisabeth sich nach dem Tod ihres Mannes weiterhin um die Armen kümmerte. Einmal brachte sie ihren Betreuern Brot, als sie ihren Schwager Heinrich traf. Auf die Frage, was sie in ihrem Korb trage, antwortete Elisabeth, aus Furcht, ihr könnte die Wohltätigkeit verboten werden: Rosen. Als sie den Korb zeigte, befanden sich statt Brot duftende Rosen darin. Gott wollte nicht, dass die fromme Frau log. Ihr Gedenktag wurde 1670, am Tag ihrer Beisetzung, dem 19. November, in den römischen Kalender aufgenommen. Im Zuge der Kalenderreform von 1969 wurde ihr Gedenktag wieder auf den 17. November, ihren Todestag, verlegt, in Ungarn blieb er jedoch beim ursprünglichen Datum. Die Verehrung Elisabeths verbreitete sich ab dem 13. Jahrhundert rasch in ganz Europa. St.-Elisabeth-Hospitals, Kirchen, Kapellen und Klöster entstanden in rascher Folge.