Stadtunterhaltungs- und Musikpalast

Stadtunterhaltungs- und Musikpalast

Gebäude, Struktur

1906 schrieb die Stadt einen Wettbewerb für die Pläne des Vigadó-Gebäudes aus, den die Budapester Architekten Dezső Jakab und Marcell Komor gewannen. Der Bau erfolgte zwischen 1911 und 1915, einige Dekorationsarbeiten konnten jedoch kriegsbedingt erst 1919 abgeschlossen werden. Es ist eines der ersten Gebäude in Bratislava, das in moderner Stahlbetonbauweise errichtet wurde. Ursprünglich war das Gebäude Schauplatz zahlreicher gesellschaftlicher und kultureller Veranstaltungen, beherbergte ein Kino und verschiedene Organisationen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude verstaatlicht und von der Slowakischen Philharmonie übernommen. Viele hervorragende in- und ausländische Musikensembles, Solisten und Größen der klassischen Musik traten in seinem Konzertsaal auf. Höhepunkt der Konzertsaison ist das Bratislavaer Musikfestival im Herbst. Marcell Komor (1868–1944) und Dezső Jakab (1864–1932) gelten als die einflussreichsten und – sowohl gesellschaftlich als auch geografisch – am weitesten verbreiteten Vertreter des Lechnerianischen Nationalstils. Sie entwarfen Gebäude für die Pariser Weltausstellung und für Niš, die ehemalige serbische Hauptstadt. Ihre bekanntesten Werke finden sich auch jenseits der Landesgrenzen, und für Reisende in den Süden oder nach Siebenbürgen ist das Schloss Subotica, ein einzigartiges und beeindruckendes Zeugnis ungarischer Baukunst, wohl eines der großartigsten Erlebnisse. Die Komor-Jakab-Bauten sind zu Symbolen der Städte jenseits der Grenze geworden, die die ungarische Nationalkultur tragen und bewahren, während die ungarische Bevölkerung sie ebenfalls stolz als Teil ihres eigenen Erbes betrachtet. Ihre Innenräume sind außergewöhnlich gut erhalten. Subotica und Târgu Mureș bewahren somit die vollständigsten Beispiele für die kreative Kraft und den künstlerischen Standard der ungarischen Architektur der Jahrhundertwende. In ihrem gemeinsamen Werk – von der Synagoge in Subotica bis zum Kulturpalast in Târgu Mureș – hinter der oft mit üppigem, reichhaltigem Volksschmuck verzierten Oberfläche der Gebäude erlebten die ersten anderthalb Jahrzehnte des zwanzigsten Jahrhunderts einen für die damalige Zeit typischen, extrem schnellen technischen und nachdrücklichen Wandel: von einer historisierenden Natur hin zum Bedürfnis, strukturell-funktionales Denken zum Ausdruck zu bringen.

Inventarnummer:

1404

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pozsony   (Híd utca 1. - Mostová ulica 1.)