St.-Katharinen-Kapelle
Gebäude, Struktur
Bratislava, mit seiner langen Geschichte, beherbergt seit seiner Gründung zahlreiche Kirchen. Neben den bekannten, großen Kirchengebäuden gibt es auch viele kleinere, von Touristen kaum besuchte, aber dennoch wertvolle Kirchen und Kapellen. Dazu gehört die St.-Katharinen-Kapelle, versteckt in der östlichen Mauer der Mihály-Straße, einer der Hauptstraßen der Stadt, die am Michaelertor beginnt. Sie ist vermutlich das älteste noch erhaltene gotische Gebäude der Stadt. Erbaut wurde sie zwischen 1311 und 1325 im Auftrag des Zisterziensermönchs Ferenc Columba. Dieser Orden nutzte sie bis ins 16. Jahrhundert. Später wurde sie von den Kapuzinern genutzt. Die Kapelle, die in einer geschlossenen Reihe zur Straße hin errichtet wurde, ist nach Osten ausgerichtet. Obwohl das Innere und der gewölbte Altarraum den gotischen Charakter der Kapelle bewahrt haben, wurde die Straßenfassade 1840 im klassizistischen Stil nach Entwürfen von Ignác Feigler dem Älteren umgestaltet. Die schmale, hohe und elegant zurückhaltende Fassade der Kapelle geht zwischen den prunkvollen Renaissance- und Barockhäusern der Straße fast unter, sodass die Touristenströme im Sommer die wertvolle Kapelle kaum wahrnehmen. Die umfassende historische Restaurierung der Kapelle im Jahr 2007, bei der die ursprünglichen gotischen Details restauriert wurden, wurde im darauffolgenden Jahr vom slowakischen Kulturministerium mit dem Preis „Renovierung des Jahres“ ausgezeichnet.