Kirche des Heiligen Jakobus von Levoča
Gebäude, Struktur
Die St.-Jakobs-Pfarrkirche zählt zu den schönsten mittelalterlichen Kirchen im historischen Ungarn und ist die größte in der Region Spiš. Der Bau der dreischiffigen Kirche im romanischen Stil begann 1245. Fast 100 Jahre lang wurde sie errichtet und in der Zwischenzeit schrittweise zu einem gotischen, pseudobasilischen Bauwerk umgebaut. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts kamen zwei Kapellen hinzu, Ende des 15. Jahrhunderts ein Vestibül. Die Kirche brannte 1550 und 1599 nieder, wobei der Turm beim ersten Brand einstürzte. Der heutige Turm wurde 1858 errichtet. 1626 ließen die Protestanten die Orgel anfertigen. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden die Kapellen mit Fußböden versehen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts brannte das Dach ab, wurde 1849 wieder gedeckt und der Turm Ende des 19. Jahrhunderts repariert. Die Altäre der Kirche zählen zu den schönsten Werken mittelalterlicher Holzbildhauerkunst. Der Hauptaltar (St.-Jakobs-Altar) wurde 1502 von Meister Pál Levoča geschaffen und ist mit einer Höhe von 18,62 m einer der schönsten und größten gotischen Altäre der Welt. Neben dem Hauptaltar schmücken zehn weitere spätgotische Altäre (St. Nikolaus, Hl. Katharina, Heilige Drei Könige, Hl. Anna, Vir Dolorum, Hl. Johannes, Hl. Peter und Paul, Unsere Liebe Frau vom Schnee, Hl. Nikolaus, Hl. Elisabeth) sowie drei barocke Altäre (14 Heilige, Guter Hirte, Geburt des Kindes). Die originalen Fresken (Die sieben Barmherzigkeiten, Die sieben Todsünden, Die Legende der Hl. Dorothea) wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Ferenc Storno restauriert. Da sich die Kirchenfenster in einem sehr schlechten Zustand befanden, veranlasste György Császka, der damalige Bischof von Zips, auch deren Restaurierung. Er bestellte drei Fenster bei der Tiroler Glasmalerei- und Kathedralenglashütte in Innsbruck. Die Fenster wurden 1876 geliefert und im selben und im darauffolgenden Jahr eingebaut. Sie zeigen den Heiligen Stephanus und den Heiligen Ladislaus, wobei das dritte Fenster lediglich eine Kassettendecke aufweist. Die übrigen Fenster wurden vom Glaskünstler Ede Kratzmann gefertigt. Sie zeigen den Heiligen Georg, den Heiligen Martin, die Unbefleckte Jungfrau Maria, den Heiligen Jakobus, den Heiligen Josef und den Heiligen Johannes den Evangelisten. In der Taufkapelle sind hinter dem Altar der Jungfrau Maria von Havas der Heilige Franz Xaver und das Göttliche Herz zu sehen. Die Thurzó-Kapelle beherbergt die Gräber der Familie Thurzó. Auch das einzige Kind von Imre Thököly und Ilona Zrínyi wurde hier beigesetzt. Die Kirche ist heute römisch-katholisch, wurde aber zwischen 1544 und 1674 von der lutherischen Bevölkerung der Levante genutzt. Kanzel und Orgel stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Im Jahr 1626 verbrachte der siebenbürgische Fürst Gábor Bethlen Weihnachten in der Levante. Damals wurde, im Geiste der Reformation, ein Gottesdienst in ungarischer Sprache abgehalten. Für diesen feierlichen Anlass wurde gegenüber der Kanzel eine separate Empore für Gábor Bethlen und sein Gefolge errichtet.