St. Andrew's Friedhof
Friedhöfe, Grabsteine, Gräber
Der St.-Andreas-Friedhof ist einer der bedeutendsten, ältesten und größten historischen Friedhöfe Bratislavas. Er wurde um 1784 am östlichen Rand der Neustadt angelegt. Der Friedhof, der sich bis ins 20. Jahrhundert beträchtlich vergrößert hatte, war inzwischen von der Stadt überwuchert, was seine weitere Ausdehnung stoppte. In den 1970er Jahren, als die östlich an den Friedhof angrenzende Hauptstraße verbreitert wurde, wurde ein etwa fünf Meter breiter Streifen abgeschnitten. Die bedeutendsten und wertvollsten Grabkapellen und Krypten entlang des Friedhofszauns (z. B. die Gräber der Familien Palugyay und Csáky) fielen dieser Zerstörung zum Opfer. Auch die Gräber der Familie von Tivadar Ortvay, einem bedeutenden Chronisten Bratislavas, wurden damals verlegt. Bezeichnend ist, dass die Zahl der hier registrierten Gräber von 15.000 im Jahr 1966 auf 4.500 im Jahr 1976 sank. Der Friedhof, der heute praktisch geschlossen und zum historischen Gartendenkmal erklärt wurde, unterlag leider einer Art „Denkmalauswahl“: Nur die von der Expertenjury als wertvoll und erhaltenswert eingestuften Gräber durften erhalten bleiben, die übrigen wurden offensichtlich abgetragen, ja sogar auseinandergestreut. So entstand das heutige, etwas bizarre Bild des Friedhofs mit seinen unregelmäßigen Grabreihen, zwischen denen Gras wächst. Gleichzeitig wurde vermutlich der rohe Betonzaun, der den Friedhof heute umgibt, so errichtet, dass einige Gräber „eingearbeitet“ wurden. Der Besuch der „Überreste“, der mehreren hundert sehr schönen Gräber aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, die heute noch zu sehen sind, ist natürlich immer noch ein faszinierendes Erlebnis. Mehrere der Gräber sind bedeutende Kunstwerke, darunter die Grabsteine des berühmten Bratislavaer Bildhauers Alajos Rigele, der hier ebenfalls begraben liegt. Der Friedhof spiegelt das Bild Bratislavas wider, das in der Neuzeit überwiegend von Deutsch-Ungarn bewohnt war. Zahlreiche Persönlichkeiten – Politiker, Intellektuelle, Beamte, Offiziere, Künstler, Geistliche, Industrielle und Unternehmer – sind hier bestattet, zumeist Katholiken. Einige von ihnen verdienen besondere Erwähnung. So etwa der neugotische Grabstein von Károly Jetting (1730–1790), dem „ungarischen Robinson“, errichtet im Jahr 1844. Jetting geriet während seines abenteuerlichen Lebens mehrmals in Afrika in Gefangenschaft und verbrachte lange Zeit auf einer einsamen Insel, bevor er schließlich nach Bratislava zurückkehren konnte. Lediglich eine kleine Gedenktafel markiert das ehemalige Grab von József Könyöki, einem Kunstlehrer und Gründer des Stadtmuseums.