Schoeller Walzenmühle
Gebäude, Struktur
Der landwirtschaftliche Aufschwung, der 1849 begann, spielte eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Stadt. Als traditionelle Agrarregion boten Léva und Umgebung gute Entwicklungsperspektiven. Besonders attraktiv für Investoren war die steigende Nachfrage nach Getreide. Diese Chance nutzten Sándor Schoeller und sein Bruder Pál, die das Gut zunächst von Pál Esterházy pachteten und es später kauften. Die Familie besaß es bis 1945. Die Brüder Schoeller prägten die Geschichte Lévas maßgeblich. Mit ihrer Ankunft begann eine neue Ära. Léva, eine Marktstadt mit unterentwickelter Industrie, erlebte einen Aufschwung. Die Familienmitglieder sind heute nicht nur als Industriemagnaten bekannt, sondern auch als Arbeitgeber, Förderer und großzügige Spender der Stadt. Die Familie Schoeller stammte aus Westdeutschland und war im 18. Jahrhundert im Maschinenbau und in der Metallurgie tätig. 1861 pachteten sie zusammen mit László Leidenfrost das Gut Léva von Pál Esterházy, dem damaligen österreichischen Botschafter in London, und begannen umgehend mit der Sanierung des vernachlässigten Hofes. 1869 wurde das gesamte Gut für 1.100.000 Forint von den Esterházys erworben! Die Fläche des Gutes betrug damals etwa 10.000 Hektar. Die Landreform nach dem Ersten Weltkrieg brachte große Veränderungen für das Gut mit sich, wodurch es ein Drittel seiner Fläche verlor. Die Schoellers versuchten, diesen Verlust durch Investitionen in den Wiederaufbau und die Erweiterung der Mühle von Léva auszugleichen. Das Mühlengebäude stammt noch aus der Zeit der Familie Esterházy und ist bis heute erhalten. Die Gutsmühle wurde 1882 an der Stelle der damaligen Wassermühle errichtet, die 1898 abbrannte. Im Jahr 1900 wurde die Wassermühle in eine Dampfmühle umgewandelt. Nach dem Wiederaufbau verfügte sie über modernste technische Anlagen, ein eigenes Labor, einen Prüfofen und ein vierstöckiges Silo. Sie war die größte Mühle der Stadt und bot rund 80 Menschen Arbeit. Sie deckte nicht nur den Inlandsmarkt, sondern erlangte auch über die Landesgrenzen hinaus Bekanntheit. 1926 wurde sie renoviert und konnte neben der Wasserturbine auch mit Erdöl und Strom betrieben werden. Dadurch konnte die Mühle sowohl in den Wintermonaten als auch im Sommer, wenn der Wasserstand sank, in Betrieb sein. Dank der hervorragenden Qualität des Mehls aus Léva behielt die Mühle ihren guten Ruf zwischen den beiden Weltkriegen. Das imposante Gebäude der Schoeller-Walzenmühle wurde in den letzten Jahren umfassend saniert. Dies ändert natürlich nichts daran, dass sie zu den ältesten technischen Denkmälern der Stadt zählt.