Schloss Pálffy
Gebäude, Struktur
Királyfa war einst ein königliches Gut und trug den Namen Villa Regia. Zeitgenössische Dokumente erwähnen auch das prächtige Sommerschloss von König Sigismunds Gemahlin Mária. 1397 wird der Ort als Királyfalu erwähnt, was beweist, dass er einst ein ungarisches Dorf war. Damals gehörte er den Adligen Mátyás und András, denen König Sigismund das Gut entzog und ihnen andere Güter schenkte. Im Zensus von 1553 werden die sieben Portas von Serédy Gáspár hier besteuert. 1647 war das Dorf bereits im Besitz der Familie Pálffy und wird unter den Namen Königseiden und Königsdorf geführt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts besaß Graf Ferencz Pálffy hier einen bekannten Bauernhof mit Molkerei, Käserei und Fasanenzucht. Heute besitzt Graf János Pálffy der Ältere hier noch immer ein größeres Anwesen und ein fürstliches Schloss, das 1712 von Palatin János Pálffy erbaut wurde. Dieses Schloss birgt eine Fülle von Schätzen, die mit außergewöhnlichem künstlerischem Geschmack und Fachwissen ausgewählt wurden. Schon im Haupttreppenhaus befinden sich kostbare Kunstwerke und Gemälde: eine Vase aus Carrara-Marmor, alte japanische Geschirrteile und Intarsientische aus Marmor, exquisite Wandteppiche, eine türkische Flagge, ein türkischer Pferdeschwanz sowie Ölgemälde des polnischen Königs Szaniszló Lesczinszky und Karls VI. Im Korridor hängen Ölgemälde von 28 Mitgliedern der Familie Pálffy, darunter ein Originalporträt von Kupeczky. Auch exquisite Vitrinen mit japanischem und anderem wertvollem Geschirr sowie alten, kostbaren Uhren sind hier zu finden. Die Wandteppiche des sogenannten Pompeji-Zimmers sind im antiken Stil handbemalt, und der Raum ist mit stilvollen antiken Möbeln eingerichtet. Im Inneren befinden sich zwei kunstvoll gestaltete, lebensgroße, liegende Frauenstatuen aus Carrara-Marmor, geschaffen vom italienischen Bildhauer Tantardini. Hier steht auch eine Marmorstatue von Kaiser Joseph und zwei lebensgroße griechische Vasen aus getriebenem Silber. Das Schlaf- und Toilettenzimmer des Grafen beherbergt 84 alte Originalgemälde und zahlreiche alte Bronzestatuen. Im großen Schlafzimmer steht ein prächtiges Rokoko-Bett aus der Zeit Napoleons I. sowie ein prächtiger Schmuckschrank mit Schildpatt- und Perlmuttintarsien. Der Marmorkamin in diesem Zimmer ist versilbert und verziert. Außerdem gibt es einen prächtigen, schönen alten Lesepult und zwei Sessel, die Maria Theresia dem Pfalzherrn Miklós Pálffy schenkte. Schließlich hängen hier acht alte, wertvolle Originalgemälde. Das Klavier im sogenannten Musikzimmer ist mit einer alten, exquisit gefertigten japanischen Seidentischdecke bedeckt. Die Wände dieses Zimmers sind mit alten Originalgemälden geschmückt, und auch die von Napoleon I. gestiftete Wanduhr im Empire-Stil befindet sich hier. Im sogenannten blauen Salon befindet sich ein äußerst wertvoller Tisch, auf dem 11 antike Kameen in 219 Brillanten gefasst sind. Dieser Raum ist mit wunderschönen Möbeln ausgestattet, und an den Wänden hängen Gemälde alter Meister. Der sogenannte Spiegelsaal beherbergt seltene und wertvolle Vasen, Möbel, Uhren und Gemälde. Das Sommer-Esszimmer ist mit venezianischen Spiegellüstern geschmückt und mit roten Samtmöbeln eingerichtet. Im sogenannten gelben Salon ziehen wertvolle japanische Schränke und venezianische Kronleuchter die Blicke der Experten auf sich, während im sogenannten Maria-Theresien-Zimmer japanische Schränke und Ständer sowie zwei wertvolle Standuhren ausgestellt sind. Im sogenannten grünen Salon sind wunderschöne alte Rokokomöbel zu sehen, und an den Wänden hängen wertvolle alte Gemälde. Gästezimmer Nummer 10 ist mit rotem Brokat und den gleichen Möbeln ausgestattet. Gästezimmer Nummer 11 verfügt über einen blauen Wandteppich, und an den Wänden befinden sich 83 alte Original-Stahlstiche. Die Schränke beherbergen wertvolles Meissener Geschirr. Im Schlafzimmer dieses Zimmers hängen 41 alte Stiche. Die Wände von Gästezimmer Nr. 12 sind mit alten, gepressten Lederteppichen bedeckt. Die Fenster von Gästezimmer Nr. 13 sind mit echten Brüsseler Spitzengardinen geschmückt, ebenso wie die von Zimmer Nr. 14, in dem auch ein wertvoller venezianischer Spiegel die Blicke auf sich zieht. Zahlreiche Stiche und Gemälde schmücken das kleine Treppenhaus. Im Arbeitszimmer befindet sich eine prächtige Uhr mit Porzellanblumen und ein alter, wertvoller Schrank. Im Kapellengang fallen mehrere seltene und wertvolle alte Schränke, Möbel und Gemälde alter Meister ins Auge. Die Wände des Oratoriums sind mit roten Seidenteppichen bedeckt, und auch hier befinden sich wertvolle alte Heiligenbilder. Die Wände des sogenannten langen Korridors sind mit Gemälden berühmter alter Meister wie Rubens, Van Dyck, Wouwermann, Guidó Reni usw. geschmückt. Der Korridor ist mit exquisiten Möbeln, japanischen Uhren und Familienfotos dekoriert. Die Wände des großen Winterspeisesaals im Erdgeschoss sind mit Majolika eingelegt. Auch hier befinden sich lebensgroße, exquisite Marmorstatuen auf beweglichen Sockeln sowie riesige japanische Cloisonné-Vasen – die größten, die je nach Europa gebracht wurden. In der sogenannten Silberkammer sind die zahlreichen und wertvollen Goldschmiedearbeiten des Grafen ausgestellt, die er auf seinen Reisen um die Welt mit großem künstlerischem Geschmack erworben hat. Das Schloss verfügt über eine eigene, reich verzierte Kapelle. János Ferenc Pálffy (1829–1908), Kunstsammler und einer der reichsten Männer Europas und der Familie Pálffy, vermachte in seinem Testament einen Teil seines unermesslichen Vermögens der Öffentlichkeit. Die Erben dürften dies jedoch kaum für angemessen gehalten haben, denn sie fochten das Testament an und nutzten alles, was ihnen in die Hände fiel, zu ihrem eigenen Vorteil. Die Situation wurde dadurch gerettet, dass der Erblasser zu Lebzeiten fast zweihundert Werke von Weltrang der ungarischen öffentlichen Sammlung stiftete. 178 Gemälde gingen an das Museum der Schönen Künste, hauptsächlich Werke von Rembrandt, Tizian, Troyon, Gustave Courbet, Meindert Hobbema, Giovanni Antonio Boltraffio, Andrea del Sarto und Francesco Francia. Karl von Pilotys Gemälde „Nero betrachtet das brennende Rom“ gelangte in das Ungarische Nationalmuseum. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Material des verfallenen Gebäudes (mit Ausnahme der Kapelle im Westflügel des Schlosses, die heute als Kirche dient) abgetragen. (wie die Dorfkirche) wurde von den Bewohnern der Umgebung für ihre eigenen Zwecke verstreut.