Schloss Grassalkowitsch

Schloss Grassalkowitsch

Gebäude, Struktur

Schloss Grassalkowitsch, auch bekannt als Schloss Grassalkowitsch, ist eines der bekanntesten Gebäude Bratislavas. Es gilt als ein herausragendes Beispiel spätbarocker und rokokoartiger Architektur. Das Schloss verfügt über einen imposanten französischen Garten, vor dem sich Tibor Bártfays Werk „Der Friedensbrunnen“ befindet. Entworfen und erbaut wurde das Schloss 1760 von András Mayerhoffer, einem ungarischen Adligen kroatischer Herkunft, im Auftrag von Graf Antal Grassalkowitsch von Győrak, direkt neben der ehemaligen Sommerresidenz des Erzbischofs von Esztergom. Der Graf war zu dieser Zeit Präsident der Ungarischen Königlichen Kammer (quasi Finanzminister) und benötigte daher eine Residenz in der Hauptstadt. Die zahlreichen Räume des Schlosses, insbesondere der Spanische Saal, zeugen ebenso wie das reich mit Skulpturen verzierte Treppenhaus von der Meisterschaft des Architekten und Baumeisters. Schon bald nach seiner Fertigstellung entwickelte sich das Schloss zum Zentrum der Barockmusik in Bratislava, sodass Joseph Haydn hier einige seiner Werke uraufführte. Grassalkowitsch selbst unterhielt ein Orchester im Schloss, und Fürst Miklós Esterházy „lieh“ ihm seinen Lieblingsdirigenten Haydn mehrmals, um dessen Orchester zu dirigieren. Der Graf, ein Günstling der Königin, richtete in seinem Schloss in Bratislava häufig Bälle und andere Feierlichkeiten für den Hof aus. So dirigierte Haydn beispielsweise das Grassalkowitsch-Orchester bei der Hochzeit von Erzherzogin Maria Christina und Fürst Albert Kasimir von Sachsen-Teschen (der zu jener Zeit königlicher Regent von Ungarn in Bratislava war) (wobei der genaue Ort der Hochzeit umstritten ist). Die Familie Grassalkowitsch verschuldete sich später und starb schließlich 1841 aus, sodass die Eigentumsrechte von Besitzer zu Besitzer wechselten, bis das Schloss schließlich in den Besitz des Königshauses gelangte. Die letzten Besitzer des Gebäudes vor dem Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie waren Erzherzog Friedrich von Habsburg-Teschen und seine Gemahlin Prinzessin Isabella von Kroÿ-Dülmen. 1905 wurde Erzherzog Friedrich jedoch von Kaiser Franz Joseph zum Oberinspekteur der kaiserlich-königlichen Streitkräfte ernannt. Daraufhin zog die Familie mit ihren Kindern von Bratislava nach Wien in den Stadtpalast von Erzherzog Albert, die heutige Albertina. Danach stand das Gebäude jahrelang leer. Erst nach dem Sturz der Monarchie zwischen 1939 und 1945 wurde es als Residenz des slowakischen Staatspräsidenten Józef Tiso genutzt. Während der kommunistischen Ära, ab 1945, diente es als Hauptquartier der slowakischen kommunistischen Führung, des Kommissars – der quasi-Herrscher der Slowakei innerhalb der Tschechoslowakei. 1950 wurde der Palast zum Sitz des Klement-Gottwald-Pionier- und Jugendhauses. Dieses entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt für Bratislavas Studenten und junge Menschen, die Pioniere des Sozialismus. Allerdings richteten die kleinen Pioniere in den vergangenen vier Jahrzehnten erhebliche Schäden am Gebäude an, doch die notwendigen Renovierungsarbeiten konnten erst nach dem Regimewechsel durchgeführt werden. Nach 1989 begann der Regimewechsel in der ehemaligen Tschechoslowakei, der unter anderem die Restaurierung dieses Gebäudes Ende 1989 und Anfang 1990 ermöglichte. Drei Jahre später, am 1. Januar 1993, entstand die unabhängige Slowakei, wodurch das Gebäude ebenfalls benötigt wurde. Am 30. September 1996 wurde das Schloss zur Residenz des damaligen Präsidenten der Slowakischen Republik. Der ehemals riesige Park ist heute ein öffentlicher Park, in dem sich unter anderem eine Statue des in der Slowakei geborenen Komponisten und Klaviervirtuosen Johann Nepomuk Hummel befindet. Im Garten steht außerdem eine Statue von Maria Theresia, eine Kopie der Statue im Erzbischöflichen Palast in Nitra. Jedes Staatsoberhaupt, das die Slowakei besucht, pflanzt eine kleine Eiche auf der Präsidentenallee, die sich ebenfalls im Garten befindet. An der Ecke des Grassalkowitsch-Palastes zur Stefánia-Straße erstreckte sich das prunkvolle Tor über die gesamte Straßenbreite. Es war 1909 anlässlich des Besuchs des österreichischen Kaisers und ungarischen Königs Franz Joseph I. in Bratislava errichtet worden. Die reiche und berühmte Familie Grassalkowitsch ließ innerhalb der Monarchie mehrere Schlösser errichten. Die bekanntesten sind wohl die imposante Residenz in Gödöllő und das Wiener Sommerpalais im 2. Bezirk. Einst gab es auch in der ungarischen Hauptstadt einen Grassalkowitsch-Palast, der jedoch nicht mehr existiert. Lediglich einige wenige Abbildungen des Anwesens sind erhalten geblieben.

Inventarnummer:

1381

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pozsony - Óváros   (Grassalkovich tér 1. - Hodžovo námestie 1.)