Levoca Käfig der Schande

Levoca Käfig der Schande

Gebäude, Struktur

Eines der wichtigsten Privilegien der freien königlichen Städte, das im Vergleich zu Siedlungen unter der Herrschaft der Grundherren als bedeutendes Privileg galt, war das Recht auf unabhängige Rechtsprechung. So konnte die Stadt Levoča mit ihrem Rat und Richter ihre Bürger in den meisten Strafsachen unabhängig richten. Um dieses Recht zu demonstrieren, errichtete die Stadt, die von ihren Bürgern einen strengen, gesetzestreuen und puritanischen Lebensstil verlangte, auf dem Marktplatz einen Schandkäfig (Ketterhäuschen). Dieser Käfig aus schmiedeeisernen Stäben mit sechseckigem Grundriss und gewölbtem Dach diente im Mittelalter als Pranger, um Verbrecher kleinerer Verbrechen einzusperren und sie so öffentlich zu demütigen. Der Verbrecher konnte tagelang oder wochenlang darin eingesperrt sein. Die Zeit im Käfig sollte dem Täter Demütigung und eine Lehre sein und gleichzeitig die Passanten abschrecken. Daher wurde die Bestrafung während der Jahrmärkte vollzogen, wenn sich viele Menschen auf dem Platz aufhielten. Die Anwesenden richteten ihre Verachtung gegenüber dem Verurteilten zumeist mit Ausdrücken der Verachtung. Es heißt, dass Frauen, die nachts ohne männliche Begleitung und mit entzündeter Lampe allein durch die Straßen von Levoca gingen, am häufigsten dieser Form der öffentlichen Demütigung ausgesetzt waren. Sie wurde zuletzt 1850 angewendet. Ihre berühmteste Gefangene war Julianna Géczy, von Mór Jókai auch als die Weiße Frau von Levoca bezeichnet. Sie galt als Stadtverräterin und wurde später in Győr öffentlich hingerichtet. Der Käfig, heute eine Touristenattraktion, stand ursprünglich im Stadtzentrum auf dem Marktplatz. Nachdem er 1850 nicht mehr genutzt wurde, wurde er vor die Stadtmauern in den Probstner-Garten verlegt. 1933 wurde er auf Wunsch der Bevölkerung wieder vor dem Rathaus aufgestellt.

Inventarnummer:

3408

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Lőcse   (Körtér (németül: Ring, ma: Pál mester tér) - Námestie Majstra Pavla)