Kapuzinerkirche und Kloster St. Stephan

Kapuzinerkirche und Kloster St. Stephan

Gebäude, Struktur

Die Kapuziner ließen sich Ende des 17. Jahrhunderts während der von den Habsburgern unterstützten Gegenreformation in Bratislava nieder. Da sie anfangs weder eine Kirche noch ein Kloster besaßen, wurde ihnen die St.-Katharinen-Kapelle in der Mihály-Straße zur Nutzung überlassen. Der Bau der heutigen Kirche, die sich in der Nähe der ehemaligen nördlichen Stadtmauer Bratislavas auf einem zuvor sumpfigen Gelände befindet, begann 1708 dank einer Spende von Gräfin Eleonora Theresa. (Eine deutschsprachige Gedenktafel in der Kirche erinnert an diese großzügige Spende.) Die erste Messe in der fertiggestellten einschiffigen Kirche mit Satteldach wurde 1709 von Erzbischof Ágost Keresztély von Esztergom zelebriert. Der Bau des Klosters, das westlich an die Kirche angebaut war und einen rechteckigen Grundriss sowie einen geschlossenen Innenhof besaß, begann 1711. Das einstöckige Kloster mit Satteldach und schlichter, schmuckloser Fassade wurde 1717 von Bischof László Erdődy von Nyitra geweiht. 1727 wurde es zur Kecske-Straße hin erweitert, und neben dem Altarraum entstand eine neue Bibliothek. 1735 senkte sich das Fundament der Kirche ab, wodurch das Gebäude schwer beschädigt und vorübergehend unbenutzbar wurde. Kirche und Kloster mussten daher wiederaufgebaut werden. Zeitgleich mit der Fertigstellung des Kirchenschiffs im Jahr 1737 wurde auch der gewaltige barocke Hochaltar vollendet. Er zeigt König Stephan, der seinen Schutzpatron, die Krone (und zugleich das Land), der Jungfrau Maria darbringt, begleitet von seinem Sohn, dem heiligen Imre. Der Hochaltar ist ein Werk des Kapuzinerpaters Berthold. Die Seitenaltäre, ebenfalls aus dem Jahr 1737, die den heiligen Franz von Assisi und den heiligen Antonius von Padua darstellen, wurden von Donners Schüler Anton Karl Rosier gemalt. Weitere barocke Altäre befinden sich im Kirchenschiff. 1779 erhielt die Kirche neue Kirchenbänke. Die Empore wurde 1819–24 erbaut und trägt die neue Orgel. Die Kirche erhielt ihr heutiges, romantisches, neoromanisches und neugotisches Äußeres nach ihrem Wiederaufbau 1860/61 nach den Plänen des Bratislavaer Architekten Ignác Feigler Jr. (Die Jahreszahl 1860 lässt sich der lateinischen Inschrift auf der Tafel neben dem Eingang entnehmen.) Die Steinstatue des Heiligen Stephanus in der Nische über dem Eingang an der Hauptfassade ist ein Werk von Anton Brandl. Vor der Kirche steht eine barocke Immaculata-Säule aus dem Jahr 1725.

Inventarnummer:

1320

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pozsony - Óváros   (A Vármegyeház tér ( Župné námestie) nyugati végében, ill. a Kapucinus (Kapucínska) utcában.)