Alexander Svachulay

Alexander Svachulay

Sonstige - andere

Košice, 3. Juni 1875 – Budapest, 25. August 1954 / Flugzeugkonstrukteur, Schriftsteller; Er absolvierte in Budapest eine Ausbildung zum Holz- und Metallbauer sowie eine Vorarbeiterlehre und eröffnete 1898 seine eigene Schlosserwerkstatt. Zu dieser Zeit interessierte er sich bereits für das Problem des bemannten Fluges und baute noch im selben Jahr einen Gleiter, der an einer Person befestigt werden konnte. Nach dessen Scheitern konstruierte er mehrere Flugzeug- und Hubschraubermodelle, die sich als flugfähig erwiesen – teilweise mit Luftmotorantrieb. 1907 stellte er seine erste großformatige, wegweisend geschweißte Flugkonstruktion aus Stahlrohren im Festsaal des Royal Hotels aus. Ihm fehlte lediglich ein geeigneter Motor für sein Flugzeug. Bald fand er in Dr. Ganz Fabris, einem wohlhabenden Münchner Luftfahrtpionier, einen Förderer, dem Svachulays leichte Stahlrohrmaschine gefiel und der sich bereit erklärte, den Motor zu liefern und die Fertigstellung in Bayern zu übernehmen. Die Arbeiten und der Bau experimenteller Flugzeuge in Österreich dauerten bis 1909. Das erste Flugzeug war die Amphibienmaschine „Kolibri I“ mit einziehbarem Fahrwerk – eine Lösung, die sich später weltweit verbreitete. Die Armee kaufte die „Kolibri I“ und begann mit dem Bau eines größeren, bootsförmigen Flugzeugs, der „Albatros I“. Mit der neuen Maschine kehrte Svachulay im Juni 1910 für den internationalen Flugwettbewerb nach Budapest zurück. Dort hatte er seine Maschine mehrmals umgebaut, und mehrere Piloten versuchten erfolglos, sie zu fliegen, bis István Dobos im folgenden Jahr schließlich die „Albatros III“ erfolgreich vorführte und ihre nationale Vorführungstournee startete. In den Jahren 1912/13 brachten diese Vorführungen Ruhm und teilweise auch finanziellen Erfolg, was den Bau eines neuen Flugzeugs weiter förderte. Der neue Flugzeugtyp, die kleine „Kolibri III“ mit 6 Metern Spannweite und einem 35 PS (25,6 kW) starken Motor, basierte auf der Knickflügelkonstruktion und war so schnell, dass Dobos beim Flugwettbewerb am Stephanstag 1913 alle wichtigen Wertungen gewann. Während des Ersten Weltkriegs wurde Svachulay dem Flugzeugwerk Albertfalva zugeteilt, wo er die Flugzeugkonstruktion leitete. 1934, ermutigt durch die Erfolge mit Segelflugzeugen, baute Svachulay zwei leichte (ca. 60 kg) Kleinsegler, die Typen „Szent György I“ und „Szent György II“, mit denen auch experimentelle Segelflüge durchgeführt wurden. Ab 1938 war er beim Ungarischen Luftfahrtverband als Leiter und Ausbilder der zentralen Modellbauwerkstatt angestellt. Dort arbeitete er bis zu seiner Pensionierung. Nach 1945 kehrte er in den Dienst der Nachfolgeorganisationen zurück und erhielt die Gelegenheit, ein solches Muskelkraftflugzeug zu bauen, nachdem er jahrzehntelang mit seinen Flügelschlagflugzeugen Modellversuche unternommen hatte. Diese Versuche zogen sich über Jahre hin, und bei den zahlreichen Umzügen wurden seine wertvollen Versuchsmodelle zerstört. Bis zu seinem Tod versuchte er, seine Ideen im Ungarischen Luftfahrtverein zu verwirklichen. Neben seinen Pionierkonstruktionen gelten Sándor Svachulay die ersten Lösungen für mehrere wichtige technische Probleme, wie beispielsweise den verstellbaren Metallpropeller und die Vorrichtung zur Reduzierung der Landegeschwindigkeit von Flugzeugen. Hauptwerke: A téretsze aviatikusai, 1940, Repülőéletem, 1942.

Inventarnummer:

11752

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Kisszabos