Sandor Javorka

Sandor Javorka

Sonstige - andere

* Hegybánya, 12. März 1883 – † Budapest, 28. September 1961 / Botaniker, Universitätsprofessor, Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften; Er absolvierte seine Schulausbildung in Selmecbánya. 1906 promovierte er an der Technischen Universität Budapest in Geisteswissenschaften. Ab 1905 war er Mitarbeiter des Botanischen Gartens des Ungarischen Nationalmuseums: von 1907 bis 1912 als Museumsassistent, ab 1912 als Kurator und später als Direktor. 1919 wurde er während der Sowjetrepublik zum Direktor des Botanischen Gartens ernannt, nach der Machtübernahme von Miklós Horthy jedoch zum stellvertretenden Direktor degradiert. Von 1934 bis 1940 leitete er den Garten erneut, bis er in den Ruhestand trat. Die Ungarische Akademie der Wissenschaften wählte ihn 1936 zum korrespondierenden und 1943 zum ordentlichen Mitglied. Als Wissenschaftler befasste er sich hauptsächlich mit der Floraforschung. 1918 erforschte er im Auftrag der Ungarischen Akademie der Wissenschaften die Flora Nordalbaniens und bereiste später das gesamte Karpatenbecken sowie weite Teile der Balkanhalbinsel. In seiner sechs Jahrzehnte währenden Karriere verbrachte er rund 2.200 Tage im Freien! Auf seinen Exkursionen sammelte er etwa 22.000 Herbarbelege, entdeckte und beschrieb 120 neue Pflanzenarten, und etwa 40 Blüten- und Nichtblütenpflanzen tragen seinen Namen. Er verfasste Monografien zu verschiedenen Pflanzengattungen und -familien (z. B. Onosma – Blutwurz, Ericaceae – Heidekraut, Hieracium – Frauenmantel, Linum – Flachs, Sorbus – Eberesche, Castanea – Kastanie). Sein Hauptwerk ist die 1.400 Seiten umfassende, zweibändige „Flora Hungarica“, die 1924/25 erschien und einen umfassenden Überblick über alle höheren Pflanzenarten des Karpatenbeckens bietet. Ab den 1920er Jahren arbeitete er eng mit Vera Csapody (1890–1985) zusammen, der ersten ungarischen Mathematik- und Physiklehrerin, Botanikerin und Pflanzenillustratorin, die für viele ihrer Bücher ausdrucksstarke und naturgetreue Pflanzenzeichnungen anfertigte. Ihr größtes gemeinsames Projekt war die „Iconographia Florae Hungaricae“ (Die ungarische Flora in Bildern) I–III (1929–1934). Diese Publikation wurde 1975 und 1979 in ungarischer, deutscher und englischer Übersetzung neu aufgelegt. Ebenfalls bekannt und beliebt ist das Werk von Sándor Jávorka und Vera Csapody mit dem Titel „Die Blumen des Waldfeldes“, das erstmals 1950 erschien und seither in mehreren Auflagen neu aufgelegt wurde. Ein weiteres gemeinsames Werk ist der Band „Unsere Gartenblumen“, der 1962 erschien. Sándor Jávorkas Arbeiten zur Geschichte der Botanik waren ebenfalls bedeutend. Zwischen 1926 und 1945 ordnete er den Herbariumsnachlass und die Herbarien von Pál Kitaibel. 1957 veröffentlichte er seine Monografie mit dem Titel „Pál Kitaibel“. In zahlreichen Nachrufen würdigte er das Lebenswerk bedeutender ungarischer Botaniker (z. B. János Csató, Sándor Mágócsy-Dietz, Endre Gombocz, Rajmund Rapaics u. a.). Ab 1954 war er Chefredakteur der Zeitschrift „Acta Botanica“. Weitere Werke von ihm: „Wälder Ungarns“, 1920; „Ungarische Kräuter I–II“ (mit Béla Augustin, Rudolf Giovanni und Pál Rom), 1948; „Handbuch der ungarischen Flora“, 1951 (mit Rezső Soó); „Wald- und Feldpflanzen“, 1980 (mit Vera Csapody und István Csapody).

Inventarnummer:

11611

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Tornalja (Sajószárnya)