Sándor Sajós Geburtshaus und Gedenktafel

Sándor Sajós Geburtshaus und Gedenktafel

Gebäude, Struktur

Sándor Sajó wurde am 13. November 1868 in Ipolyság in einem alten Gebäude an der Ecke der Káptalan-Straße am Hang neben dem alten Kloster Premontre geboren. Seine Liebe zur Heimat verband sich mit Patriotismus, obwohl er nicht aus einer ungarischen Familie mit tiefen Wurzeln stammte. Sein ursprünglicher Name war Heringer, und seine Familie war bereits Generationen zuvor magyarisiert worden. Deshalb konnte er später schreiben, er sei Ungar. Für ihn war dies ein ebenso aufrichtiges Bekenntnis wie das von Károly Kós, der aus einer siebenbürgisch-sächsischen Familie stammte und mit so großer Liebe von seiner Heimat sprach. Sándor Sajó besuchte die Grundschule in seiner Heimatstadt und setzte seine Ausbildung anschließend in der alten Bergstadt Selmecbánya, der freien königlichen Stadt des Komitats Hont, fort – im selben Gebäude, in dem auch Sándor Petőfi und Kálmán Mikszáth studierten. Seine ersten Gedichte entstanden hier, und seine Kommilitonen halfen ihm, sie zu veröffentlichen, indem sie das nötige Geld aufbrachten. 1886 schrieb er sich an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Budapest ein und studierte Ungarisch-Latein. In den Vorlesungen von Pál Gyulai und Zsolt Beöthy lernte er Stilistik und Poetik kennen. Seine Gedichte wurden auch in zeitgenössischen Zeitungen, Wochenzeitungen und Literaturmagazinen veröffentlicht. Er lernte János Vajda in der Redaktion der „Vasárnapi Újság“ und Gyula Reviczky bei den Treffen der Petőfi-Gesellschaft kennen. Ein weiterer interessanter Aspekt seiner Biografie ist, dass er sich 1890 als Freiwilliger in der Károly-Kaserne in Budapest meldete und dort ein Jahr später zum Leutnant befördert wurde. Er begann seine Laufbahn als Gymnasiallehrer in Nyitra und wurde später nach Újverbáz im Süden Budapests versetzt. Er gründete und redigierte die Zeitung „Verbász és Vidéke“. Dort lernte er seine große Liebe Lujza Delhaes kennen, die er am 17. August 1895 unter dem ungarischisierten Namen Sándor Sajó heiratete. Die Millenniumsfeierlichkeiten von 1896 beging er mit seinem Gedicht „Tausend Jahre“. Danach widmete er sich in seinen Gedichten immer wieder den großen Ereignissen der ungarischen Geschichte, darunter Werke wie „Rákóczi“, „Bezerédiné“, „Jókai“, „Kossuth“ und „Die Ruinen von Drégelyvár“. 1897 begann eine neue Phase seines dichterischen Schaffens, als er Lehrer am Gymnasium von Jászberény wurde. Er landete in einer „staubigen, aber immerhin ungarischen Stadt“, wo Lehels Horn noch immer aufbewahrt wurde, und verliebte sich in die Familie Jász. Seine zweite Gedichtsammlung erschien hier 1898. Darin suchte er noch immer nach seiner eigenen Stimme, nach der passendsten Ausdrucksform, und veröffentlichte so den Band „Ifjú szívvel“. 1903 wurde er aufgrund seiner erfolgreichen Lehrtätigkeit und seiner dichterischen Erfolge nach Budapest, an das damalige Gymnasium des 3. Bezirks, versetzt. Hier erschien 1904 sein neuer Band „On the Road“, in dem er seine tiefe emotionale Verbundenheit mit der Nation am deutlichsten zum Ausdruck brachte. Das Jahr 1910 brachte einen weiteren Erfolg für seine Dichtung: Der Gedichtband „Gordonka“ erschien. Er enthielt sein bekanntestes Gedicht „To be Hungarian“, das mit dem Preis der Ungarischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet wurde. Seine öffentliche Tätigkeit war bedeutend: Er wurde zum Sekretär des Nationalen Verbandes Ungarischer Lehrer gewählt und war von 1911 bis 1918 dessen Generalsekretär. 1917 wurde er zum Direktor des Szent-László-Gymnasiums ernannt, jedoch während des Roten Terrors entlassen und erst nach dem Fall der Kommune wieder in sein Amt eingesetzt. Zu dieser Zeit wurde er zum Präsidenten des Nationalen Verbandes Ungarischer Lehrer gewählt. Ab 1921 war er Schulbezirksdirektor. Die Ungarische Akademie der Wissenschaften nahm ihn 1932 als korrespondierendes Mitglied auf. Der Dichter mag seinen Tod bereits geahnt haben, als er 1933 sein letztes Gedicht mit dem Titel „Ich will kein feiges Schweigen“ schrieb. Er starb am 2. Februar 1933. An seinem Grab (Budapest – Friedhof Kerepesi) hielt Lajos Áprily im Namen der Kisfaludy-Gesellschaft und der Ungarischen Akademie der Wissenschaften eine Rede: „Die leidenschaftliche Liebe zur Nation war das prägende Merkmal seiner Dichtung … Selbst in seiner Bitterkeit war er der Dichter der nationalen Lebensbejahung, und er selbst war voller Lebensfreude …“ Seit seinem Tod ist viel Zeit vergangen, in der es beinahe gelungen ist, ihn aus dem nationalen Bewusstsein zu verdrängen und sein Leben und seine Dichtung aus der ungarischen Literatur auszulöschen. Die Palóc-Gesellschaft und der Verband der Literaturvereine enthüllten am 19. November 2000 eine Gedenktafel an seinem Geburtsort. Seitdem gedenken wir ihm jedes Jahr, denn er lebt in den Gedichten des Dichters weiter. Die Palóc-Gesellschaft veranstaltet jährlich das ungarische Poesiefestival „Ungarisch sein: Ein großer und heiliger Wille“. Im Rahmen dieses Festivals tragen junge Menschen in Sándor Sajós Geburtsstadt patriotische Gedichte vor, die seinem Namen gewidmet sind. Dichter aus dem Hochland, Ungarn und Südungarn nehmen daran teil. 2008 wurde in Palóc eine Bronzebüste des Bildhauers Szilveszter Oláh enthüllt. 2018 wurde das Sándor-Sajó-Gedenkjahr ausgerufen, um dem patriotischen Dichter und Lehrer noch mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Inschrift/Symbol:

In diesem Haus wurde geboren / Sándor Sajó / 1868 - 1933 / Dichter der Vaterlandstreue, / Korrespondierendes Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften / PT (Palóc-Gesellschaft)

Inventarnummer:

2611

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Ipolyság   (Káptalan utca - Kapitulská ulica)