Rege über die Flut der Váh
Sonstige - andere
Die Überschwemmungen der Waa gehörten hier zum Alltag. Trotz größter Anstrengungen, das Dorf vor den Fluten zu schützen, waren sie vergeblich. Die Naturkatastrophen waren damals stärker als die menschlichen Kräfte. Viele neue Entdeckungen und landesweite Bauprojekte waren nötig, um den Deich fertigzustellen und die Bewohner der Dörfer entlang des Flusses vor den Überschwemmungen zu schützen. Bei der letzten erwähnten Flut rettete ein solcher Trick das Dorf Waa. Das Wasser steigt innerhalb des Deichs. Höchste Gefahrenstufe. Die Menschen arbeiten nicht mehr, sie stehen nur noch herum, laufen umher und warten auf die Flut. Am höchsten steigt das Wasser im oberen Bereich des Dorfes Waa. Im Gasthaus am Straßenrand in Kajal herrscht reger Betrieb. Die Leute gehen dorthin, um zu trinken und die neuesten Nachrichten zu erfahren. Die Bewohner von Kajal freuen sich, dass Waa in Gefahr ist und Kajal selbst unversehrt bleibt. Sie verspotten die Waa-Bewohner, die dort trinken und traurig ihre Gläser umklammern und in ihrer Niedergeschlagenheit den Kajalern keine Antwort geben können. Es ist Nacht. Das Dorf schläft nicht, weder Vága noch Kajal, doch im Gasthaus herrschte ohrenbetäubender Lärm. Vága hatte einen Geächteten. Dieser war selten zu Hause, nur zu besonderen Anlässen. Nun, da er von der Gefahr für Vága gehört hatte, kehrte er in sein Heimatdorf zurück. Er machte den Leuten Mut. Er ging auf dem Damm entlang und hielt seine Füße in das gurgelnde Wasser. Der Notar von Vága trat an ihn heran und begann mit ihm zu verhandeln. Er bat ihn um etwas, was kein anderer Befehl oder keine andere Bitte gewagt hätte: „Geh und schlage einen Spatenstich in den Damm am unteren Rand der Grenze von Vága!“ Der Geächtete nahm die Aufgabe an und schlug um Mitternacht einen Spatenstich in den Damm, um die Gefahr von Vága abzuwenden und zumindest den Wasserstand bei Vága zu senken. Das Unerwartete, das Unvorstellbare geschah. Das Wasser brach hinter dem Spatenstich durch den Damm und ergoss sich in tosenden Fluten auf das Gasthaus zu. Die reißenden Wassermassen gruben einen tiefen Graben. Die Gäste des Gasthauses tollten innerhalb weniger Minuten verängstigt im Wasser herum. Ganz Kajal schwamm. In Vága herrschte große Freude: „Nicht wir, sondern sie machen sich über uns lustig, das haben sie verdient!“ Von diesem Tag an verspotteten die Einwohner von Vága die Einwohner von Kajal als „Gurgés“! Seitdem herrscht eine ewige Rivalität zwischen Vága und Kajal: Wer kann den anderen besser täuschen und lächerlich machen? Das Gasthaus hat dem Dorf seither viele Flüche gebracht, doch es gibt keine Besserung, keine Heilung. (Quelle: Geschichte der Pfarrei Vága von Danczi Lajos)