Die Ruhestätte von Károly Apponyi und seiner Frau

Die Ruhestätte von Károly Apponyi und seiner Frau

Friedhöfe, Grabsteine, Grabstätten

Während der Revolution und des Unabhängigkeitskrieges von 1848 stellte sich Albert Apponyis Onkel, der Husarenoberst Károly Apponyi (1805–1890), auf die Seite der Habsburger und kämpfte in der Armee von Fürst Windischgrätz, dem damaligen Feldmarschall Haynau, gegen sein eigenes Volk. Er befehligte die kaiserlichen Truppen, die die Stadt Győr besetzten. Nach der Niederschlagung des Unabhängigkeitskrieges wurde er zum General befördert, worüber das Apponyi-Gedenkbuch jedoch großzügig schweigt und lediglich seine Teilnahme an den Kämpfen in Italien erwähnt. Seine Haltung, mit der er den Dienst am Kaiser dem Dienst an der Nation vorzog, galt in der damaligen Zeit nicht als außergewöhnlich. Der ungarische Adel und die Offiziere waren durch das Dilemma der Revolution und des Unabhängigkeitskrieges von 1848/49 gespalten: Sollte man der Habsburgerdynastie oder dem Vaterland und der Nation die Treue schulden? Die Politiker, Diplomaten und Soldaten der Familie Apponyi entschieden sich allesamt für die Dynastie. Im Interesse der ungarischen Offiziersausbildung gründeten General Apponyi und sein Bruder (Alberts Vater) am 20. Februar 1858 eine Stiftung zur Unterstützung der Offiziersanwärter der Ludovika-Akademie. Damit belebten sie eine Militärstiftung wieder, die ihr Vater, György Apponyi (1780–1849), 1832 ins Leben gerufen hatte. Archivquellen bezeichnen sie auf Deutsch schlicht als „Militär Erziehungs Schtiftung“, auf Ungarisch als „Gróf Apponyi Károly és György-félé katanyi évelési alapítvány“. Die Familie finanzierte diese Stiftung bis 1872, löste sie dann aber aufgrund eines Streits über die Zinsberechnungsmethode auf. Die daraus entstandenen Schulden wurden zwischen 1881 und 1887 beglichen. Ihre Unterstützung der ungarischen Offiziersausbildung hatte 1858 auch eine politische Dimension. Auch die Nachkommen von Károly Apponyi traten in den Dienst des Kaisers und Königs. In der Tolnamegyei Közlöny vom 7. Januar 1909 ist über den Tod von Károly Apponyis Gemahlin zu lesen: „Unser Herr trauert. Der Herr des Komitats Tolnavár, Graf Géza Apponyi, ist tief betrübt. Seine Mutter, die verwitwete Gräfin Károlyné Apponyi, geborene Gräfin Leopoldina Klébelsberg, ist am vergangenen Samstag im Alter von 92 Jahren friedlich in Wien, wo sie ihr ganzes Leben verbracht hatte, verstorben. Die Verstorbene war der einzige Sohn unseres Herrn Graf Géza Apponyi. Sie wurde von Wien nach Eberhard überführt und dort in der Familiengruft beigesetzt. Die Verstorbene betrauert ihre Tante, die Ministerin für Religion und Volksbildung, Graf Albert Apponyi.“

Inschrift/Symbol:

GROSS APPONYI / GRAF KÁROLY APPONYI / Kammerherr und General / geboren am 26. Dezember 1805 / gestorben am 30. Dezember 1890 / Der unvergessliche beste / Ehemann, Vater und Familienoberhaupt. // GRAF KÁROLY APPONYI / geboren / Gräfin Leopoldina Klebelsberg / geboren am 28. September 1817 / gestorben am 2. Januar 1909 / Zum unvergesslichen Andenken / Mutter, Großmutter und Urgroßmutter / in dankbarer Liebe / Sohn, Schwiegertochter, Enkel und Urenkel.

Inventarnummer:

3660

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Éberhárd, Éberhard   (Temető utca 203. - Cintorínska 203.)