Ruhestätte von Imre Fest, Politiker, Ökonom und Dichter
Friedhöfe, Grabsteine, Grabstätten
Imre Fest (Szépesváralja, 3. November 1817 – Budapest, 11. März 1883) war Politiker, Ökonom, ungarischer Vizegouverneur der Österreichisch-Ungarischen Bank, Mittlerer Kreuzritter des österreichischen Leopoldsordens und Dichter. Er besuchte Schulen in Késmárk, Miskolc und Prešov, studierte Rechtswissenschaften in Debrecen und Pest und schloss sein Studium 1839 mit dem Doktortitel ab. Nach seiner Rückkehr nach Szépesváralja strebte er eine Karriere im Bergbau an, anstatt als Anwalt zu arbeiten. 1840 wurde er Notar des oberungarischen Bergbürgervereins und wirkte als dessen Delegierter an der Ausarbeitung des neuen Berggesetzes in der Nationalversammlung von Bratislava (1843–1844) mit. Ab 1846 war er in Eisenwerken tätig und vertrat zudem den Industrieverband in Szépes. 1848 beteiligte er sich aktiv an der politischen Erneuerung und der öffentlichen Verwaltung sowohl im Komitat Szèpes als auch in den 16 Stadtbezirken von Szèpes. 1849, als das politische Leben zum Erliegen kam, kehrte er zu seinem früheren Tätigkeitsfeld zurück. Bis 1861 widmete er sich mit ganzer Kraft und Arbeit der Förderung des Bergbaus, insbesondere der Eisenindustrie. 1861 wurde er zum ersten Vizegouverneur des Komitats Szèpes gewählt, zog sich jedoch mit der Bildung der provisorischen Regierung ins Privatleben zurück und engagierte sich zudem für den Bau der Košice-Oderberg-Eisenbahn. 1863 verlegte er seinen Wohnsitz nach Pest und setzte sich auch dort für die Förderung finanzieller Interessen, insbesondere der Eisenbahn, ein. Dank dieser Tätigkeit wurde er am 10. Dezember 1865 zum Abgeordneten des Wahlkreises Szepes-Göllnitz in die Nationalversammlung gewählt. Während seiner Zeit im Landtag hielt er an den Prinzipien Ferenc Deáks fest und beteiligte sich aktiv an den Ausschussverhandlungen. Außerhalb des Landtags wirkte er hauptsächlich am Aufbau des nationalen Industrieverbandes mit, dessen Organisation maßgeblich auf sein Wirken zurückzuführen ist, da er auch dessen Direktor war. Als die Kompromissverhandlungen mit Österreich begannen, spielte er eine hervorragende Rolle und war besonders maßgeblich am Zustandekommen des österreichisch-ungarischen Handels- und Zollvertrags beteiligt. Minister István Gorove berief ihn zum Staatssekretär im Handelsministerium, und mit seinen umfassenden Fachkenntnissen vertrat er dieses kompetent in den zahlreichen wichtigen Verhandlungen jener Zeit. Als die ehemalige Nationalbank am 20. September 1878 in die Österreichisch-Ungarische Bank umgewandelt wurde, ernannte Franz Joseph I. ihn am 29. November zu einem der stellvertretenden Gouverneure dieser Bank. Kraft dieser Position war er Vorsitzender des Budapester Verwaltungsrats der Bank und zugleich Mitglied des zentralen Generalrats. Werke: Fünf Jahre Tätigkeit im ungarischen königlichen Ministerium für Landwirtschaft, Industrie und Handel (1867–72). Pest, 1872. Gedichte. Pest, 1884. Er übersetzte alle kürzeren Gedichte Petőfis ins Deutsche, die jedoch (bis auf wenige Ausnahmen) unvollendet blieben. Vor dem Unabhängigkeitskrieg arbeitete er auch als Zeitungsjournalist, Korrespondent und Leitartikler, vorwiegend im Bereich der Industriethemen, zunächst für die Zeitungen „Pesti Hírlap“ und „Hetilap“ (1845, Merkur in Ungarn), dann für „Pesti Napló“, „Pester Lloyd“, „Magyarország ésérdekei“ (1865, Erster Schritt im Bereich der materiellen Reformen) und für Wiener Zeitungen. Mehrere seiner Gedichte erschienen unter einem Pseudonym oder mit dem Kürzel ABC in deutschsprachigen Zeitungen des Hochlands, darunter wenige Tage vor seinem Tod in der „Zipser Bote“.