Die Ruhestätte des Direktors des Kupetz-Lykurg-Gymnasiums
Friedhöfe, Grabsteine, Grabstätten
Lykurg Kupetz wurde am 1. Dezember 1822 in Levoča geboren. Er besuchte die Schulen seiner Heimatstadt und ging 1830 für ein Jahr nach Pelsőcz im Komitat Gömör, um Ungarisch zu lernen. Er kehrte am Tag der Beerdigung seines Vaters zurück, um ihn zu seinem Grab zu begleiten. Im Schuljahr 1836/37 schloss er seine Schulausbildung in Miskolc ab, kehrte anschließend nach Levoča zurück und bestand 1843 die Kandidatenprüfung vor dem angesehenen Schulamtsleiter Pál Jozeffy. Im selben Jahr wurde er Hauslehrer im Hause des Barons Mihály Podmaniczky in Varsány im Komitat Pest. 1847, zu Ostern, ging er nach Halle, wo er Philosophie und Theologie studierte. Im Oktober 1850 begann er seine Tätigkeit am Lyzeum von Levoča, dessen Rektor er 1854 wurde. 1860 wurde er Aushilfslehrer, 1865 regulärer Lehrer am Evangelischen Staatsgymnasium und 1870 an der Königlich-Ungarischen Staatsschule, deren Direktor er 1874 wurde. … Lykurg Kupetz starb am 24. Januar 1891. Vierzehn Jahre lang leitete er die ihm anvertraute Schule mit außergewöhnlichem Eifer und unerschütterlicher Hingabe und führte sie dank seines feinen Wesens, seines gesunden Menschenverstands und seiner umfassenden Bildung trotz schwieriger lokaler Verhältnisse und ungünstiger intellektueller Strömungen zu einer Blütezeit. In dieser Zeit erfuhr die Schule tiefgreifende Veränderungen in ihrer internen und externen Organisation. Aus der sechsten Klasse wurde die achte, auch hier wurde die Abschlussprüfung eingeführt, Französisch wurde Pflichtfach, und damit änderte sich die überwiegend realistische und vorwiegend praktische Ausrichtung grundlegend. Eine höhere Allgemeinbildung, basierend auf modernen Sprachen und philosophischen Kenntnissen, war das neue Ziel, auf das sich die transformierte realistische Schule als Konkurrentin des Gymnasiums zubewegen musste. Jeder, der das Schulleben kennt, weiß, welch große Herausforderungen diese neuen Bedingungen dem Direktor des Instituts stellten. Die Schwierigkeit lag dabei weniger in der zunehmenden Büroarbeit als vielmehr in der Koordination der gewachsenen Schülerschaft, im taktvollen Ausgleich zwischen individuellem Ehrgeiz und Gemeinwohl, zwischen beruflicher Abgrenzung und intellektuellem Austausch. Und Kupetz stand an der Spitze dieser Aufgabe. Seine sanfte und wohlwollende Persönlichkeit, frei von Eitelkeit und Machtstreben, sein stets auf das Gemeinwohl ausgerichtetes edles Streben, seine vielseitige und gründliche wissenschaftliche Ausbildung und sein weiter Horizont, frei von Vorurteilen und Voreingenommenheit, qualifizierten ihn hervorragend für diese Aufgabe. Das Lehrerkollegium der Hauptschule in Levoča scharte sich stets mit aufrichtiger Wertschätzung und herzlicher Zuneigung um seinen Direktor, der die Seele der Institution war. Um sein segensreiches Wirken für die Schule in ihrer Gesamtheit zu würdigen, darf ein wichtiger Umstand nicht außer Acht gelassen werden: Die Schule war landesweit unbeliebt, und zwar genau aufgrund der erwähnten organisatorischen Veränderungen. Die Rechte standen in keinem Verhältnis zu den neuen Belastungen, und trotz der Verlängerung des Unterrichts auf acht Jahre und der verschärften Anforderungen erweiterte sich das Qualifikationsspektrum nicht. Unter diesen Umständen schrumpften die Schulen im ganzen Land. Dass das Gymnasium in Levoča weiterhin zu den bevölkerungsreichsten zählte und Jahr für Jahr wuchs, ist vor allem der herausragenden Persönlichkeit des Direktors zu verdanken. Er engagierte sich aktiv in allen Bereichen des kulturellen und intellektuellen Lebens der Stadt und der Umgebung und genoss so uneingeschränkte und aufrichtige öffentliche Achtung, dass sich dies auch positiv auf die Schule unter seiner Leitung auswirkte. 1887 trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Doch dieser Ruhestand bedeutete für ihn keine Untätigkeit. Auch weiterhin blieb er mit der Schule in engem Kontakt und verfolgte ihre Entwicklung mit großem Interesse. Seinen reichen Erfahrungsschatz aus einem langen und unermüdlichen Wirken teilte er stets mit seinen jüngeren Mitschülern, und viele spürten die wohltuende Wärme seiner väterlichen Freundschaft in Rat und Tat. Daher wird sein Andenken in uns weiterleben und für immer gesegnet sein!