Ruhestätte des Bergbauingenieurs Dr. Rezső Mohi

Ruhestätte des Bergbauingenieurs Dr. Rezső Mohi

Friedhöfe, Grabsteine, Grabstätten

Mohi Rezső verbrachte den Großteil seiner beruflichen Laufbahn, dreißig Jahre, im Dienst von Tatabánya, wo er zunächst Werksleiter, dann technischer Direktor und später, vom 27. Mai 1945 bis zum 30. April 1948, nach der Verstaatlichung des Kohlebergbaus, Bergwerksdirektor des Bezirks Tatabánya war. Er sagte stets: „Nach dem Hochland ist Tatabánya meine Heimat.“ Er hält ein Patent für die Entwicklung eines neuen Blockierungsverfahrens zur Schlammablagerung, doch sein berufliches Wirken ist durch 46 weitere Veröffentlichungen geprägt. Darunter befinden sich die Erforschung und Anbindung der stillgelegten Küstenkohlevorkommen im Gebiet von Bánhida an die Produktion sowie die Untersuchung der Auswirkungen des Bergbaus auf die Oberfläche, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung der Schachtpfeiler. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen wurde ihm 1952 der Titel „Kandidat der Technischen Wissenschaften“ und 1977 der Verdienstorden in Gold verliehen. Mohi Rezső wurde am 15. Januar 1888 im Hochland von Garamszentkereszt geboren. Seine Familie lebte in Rozsnyó, einem Ort, der von ungarischen, slowakischen und deutschen Bergarbeiterfamilien bewohnt war. Hier sammelte er erste Erfahrungen im Bergbau. Er absolvierte die Sekundarschule in Körmöcbánya und erwarb 1914 sein Diplom mit Auszeichnung an der Berg- und Forstfachschule in Selmecbánya. Während des Ersten Weltkriegs begann er seine Laufbahn als Ingenieursoffizier in Keresztényfalva (Brassó) in Siebenbürgen, wo er sich mit der Kohleexploration befasste und hochwertige Steinkohle entdeckte. Später setzte er seine Karriere in Királd im Komitat Borsod fort. Nach den Jahren im Königshaus und in Trianon wurde Konrád Rehling, der Leiter der Ungarischen Allgemeinen Kohlenbergbaugesellschaft (1. November 1916 – 20. August 1941), 1919 auf Einladung des Bergwerksdirektors nach Tatabánya berufen. Rehling hielt es für eine Ehre, dass Tatabánya einen Bergbauingenieur mit einem wissenschaftlichen Abschluss hatte. 1939 promovierte Mohi Rezső als erster Bergbauingenieur der MÁK Rt. an einer technischen Universität. Er hielt regelmäßig Universitätsvorlesungen, unter anderem mehrmals an der Sorbonne in Paris, auf Französisch. 1945 wurde er mit Unterstützung der Bergleute von Tatabánya zum Bergwerksdirektor ernannt, ein Amt, das er drei Jahre lang innehatte. 1948 wurde er nach Budapest versetzt und zum Generaldirektor der Grubenvertiefungsgesellschaft ernannt. Später wurde er Chefkonstrukteur des Instituts für Bergplanung, eine Position, die er bis zu seiner Pensionierung 1961 innehatte. Dort war er mit der Leitung der Erkundung neuer Kohlebergwerke in Ungarn betraut. Nach den Jahren des „Kohlekriegs“ begann eine schwere Zeit. Dr. Rezső Mohi wurde während des Prozesses gegen einen Bergingenieur verhaftet, schwer misshandelt, mehrfach gefoltert und zwei Jahre lang ohne Verurteilung inhaftiert. Die Familie wurde zerstört. Seine Frau, Erzsébet György aus Aknaszlatina, ebenfalls aus einer Bergingenieursfamilie, erlitt einen Herzinfarkt, und die Kinder verhungerten. Dr. Rezső Mohi wurde später rehabilitiert und erhielt nach seiner Freilassung 1952 einen weiteren akademischen Grad und wurde Kandidat der Akademie der Wissenschaften. Mohi Rezső war seit 1914 Mitglied des Ungarischen Nationalen Bergbau- und Hüttenverbandes und erhielt 1978 sogar ein Diamantenzertifikat. Doch sein Herz hörte am 20. August 1981 in Budapest auf zu schlagen, und er wurde in seiner Heimat beigesetzt. Gegen Ende seines Lebens war sein einziger Wunsch, dass während der Trauerfeier die Bergmannshymne gespielt würde. Die aus Tatabánya entsandte Bergmannskapelle und der Männerchor erfüllten diesen Wunsch würdevoll und im Geiste der Solidarität mit den damaligen Führern der Kohlebergwerke.

Inschrift/Symbol:

Hier liegt / Dr. Mohi Rezső / 1888 – 1981 / Bergbauingenieur mit Abschluss in Selmecbánya / Ungarn / Doktor der Bergbautechnologie / Kandidat der Bergbauwissenschaften der Ungarischen Akademie der Wissenschaften / Ehemaliger CEO der Tatabánya-Kohlebergwerke / Treuer Sohn von Rozsnyó, / Liebhaber des Hochlandes / Mit Liebe, eure Söhne Előd, Csaba / eure Enkelkinder / Emese, Gergő, Réka, Áron, Szabolcs

Inventarnummer:

3851

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Rozsnyó   (városi köztemető)