Römisch-katholische Kirche St. Mauritius

Römisch-katholische Kirche St. Mauritius

Gebäude, Struktur

Anstelle der alten St.-Michael-Kirche ließ das Esztergomer Kapitel 1742–46 unter Einbeziehung der alten Ruinen eine völlig neue Kirche errichten. Der damalige Pfarrer István Bezúr erhielt für den Bau die volle Unterstützung des Esztergomer Kapitels. Die neue Kirche im Barockstil mit ihrem Gewölbe wurde am 24. Mai 1748 von Titularbischof Mihály Frivaisz zu Ehren des Märtyrers St. Mauritius I., Kommandant der Thebanischen Legion, geweiht. Mauritius I. ist ein sehr seltener Schutzpatron der Kirchen in unserer Region. Über dem Bogen, der den Altarraum abschließt, ist die Jahreszahl 1746 mit der Inschrift „MARIA“ zu sehen. Nach dem Durchschreiten des Haupteingangs gelangt man in die Vorhalle, die den 32 Meter hohen Turm trägt. Von hier aus betritt man das Kirchenschiff durch ein zweiflügeliges Portal. Zu beiden Seiten der Tür befindet sich ein Weihwasserbecken aus rotem Marmor aus Tardos mit der Inschrift „Made by Ágnes Dávid 1917“ auf der linken Seite. Eine Wendeltreppe führt zum steinernen Chor. Dieser ruht auf zwei massiven Säulen, die ihn von unten in drei Bogenabschnitte gliedern. Hier befindet sich die prächtige Orgel mit elf Registern, deren Gehäuse die Jahreszahl 1818 trägt. Die Beichtstühle zu beiden Seiten sind mit Holzschnitzereien verziert. Der Kirchenboden ist mit quadratischen Steinen gepflastert. Die fünf halbrunden Fensterpaare bestanden ursprünglich aus Buntglas. In der Mitte der Apsis befindet sich ein geometrisch präzises Rundfenster. Die Wände neben den Kirchenbänken sind mit sieben hölzernen Kreuzwegstationen geschmückt. Besonders sehenswert ist die Kanzel aus dem späten 18. Jahrhundert mit ihren rustikalen Statuen der vier Evangelisten. Das klassizistische Taufbecken aus rotem Marmor stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auch der spätbarocke rechte Seitenaltar des Heiligen Johannes Nepomuk mit seiner Säulenstruktur ist sehenswert. Zu beiden Seiten des Altars befindet sich die Statue des Heiligen Johannes Nepomuk aus dem 18. Jahrhundert, zu beiden Seiten die Statue des Abtes Nikolaus, ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert. Daneben steht das Missionskreuz mit den Jahreszahlen der in Kőhidgyarmat abgehaltenen Missionsgebete: 1897, 1907, 1918, 1938 und 1996. Beim Betreten des Altarraums hängt an der linken Wand das Ölgemälde der Heiligen Familie, das einst den Seitenaltar schmückte. An der rechten Wand erinnert eine Gedenktafel an den 1100. Jahrestag der Eroberung. Der beeindruckendste Teil der Kirche ist der spätbarocke, von Säulen getragene Hauptaltar, dessen Zentrum das Bild des Kirchenpatrons, des heiligen Mauritius, eines römischen Feldherrn in voller Schlachtenrüstung, ziert. Zu beiden Seiten wachen große Statuen der ungarischen Heiligen Stephan und Ladislaus über den Frieden. Die reich verzierten Kassetten mit Schlachtszenen am Sockel des Hauptaltars sind von großem Wert. Die drei Altarbilder stammen von keinem Geringeren als Károly Jakobey, einem berühmten Maler seiner Zeit: Das Bild des Märtyrers Mauritius befindet sich auf dem Hauptaltar, die Heilige Familie auf einem der Seitenaltäre und der heilige Johannes Nepomuk, der der Königin beichtet, auf dem anderen. Gemäß dem Vertrag verpflichtete sich der Maler, die Bilder in der passenden Größe, auf den vorhandenen Rahmen, auf bester Leinwand und mit den besten und haltbarsten Farben anzufertigen. Er gewährte eine Garantie von fünfzehn Jahren und sicherte zu, dass die Bilder der Kritik ausgewählter Kunstexperten standhalten würden. Sollten die Bilder innerhalb dieser fünfzehn Jahre Reparaturen benötigen, würde er diese kostenlos, entweder vor Ort oder in seinem Atelier, nach Wunsch des Pfarrers und ohne Reise- oder Transportkosten, durchführen. Der Vertrag über die Anfertigung der Bilder wurde am 6. Oktober 1873 unterzeichnet – einerseits vom Künstler, andererseits vom Großkapitel Esztergom und Ákos Marczell, dem Pfarrer von Kőhidgyarmat. Der Künstler übernahm im Vertrag eine weitere wichtige Verpflichtung, nämlich „die Bilder spätestens bis zum 1. März 1874 anzufertigen und an ihren Bestimmungsort zu transportieren“. Die Bauwerke haben die Zeit überdauert und die von Jakobey übernommene fünfzehnjährige Garantie weit übertroffen. Sie schmücken noch heute die alten Mauern der Kirche von Kőhidgyarmat in tadellosem Zustand. Ihre gewölbte Sakristei stammt sogar aus noch früheren Zeiten. Das Gebäude, dessen Fundamente deutlich tiefer liegen, ist einige Jahrhunderte älter als der Rest der Kirche. Die römisch-katholische St.-Móric-Kirche in Kőhidgyarmat wurde 1971 in die Denkmalliste aufgenommen.

Inschrift/Symbol:

MARIA 1746

Inventarnummer:

2478

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Kőhídgyarmat   (Kőhidgyarmat 60 / Kamenný Most 60)