Römisch-katholische Kirche von Gútor
Gebäude, Struktur
Die Dorfkirche ist die reinste romanische Kirche im oberen Csallóköz und wurde Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut. Der hohe Turm der Westfassade ist mit einem pyramidenförmigen Steinhelm bekrönt, der in zwei oder drei Ebenen mit Doppelfenstern unterteilt ist. An der Südseite befindet sich das kunstvoll gestaltete romanische Portal. Auch die Dekoration des polygonalen Altarraums ist typisch romanisch: ein Zahnfries mit darunterliegenden halbrunden Blendarkaden. Die Wand- und Deckenfresken im Kircheninneren bilden ein sakrales System aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Sie wurden erst zwischen 1979 und 1981 abgebaut und restauriert. Die Fresken sind in zwei Bändern an den Wänden des Altarraums angeordnet. Die Darstellungen des unteren Bandes sind nicht identifizierbar, das obere zeigt die Apostel mit reichen Pflanzenmotiven. Das Deckenfresko des Altarraums zeigt den regierenden Christus, den Pantokrator, thronend auf einer Mandorla, umgeben von Sternen, Sonne und Mond. Neben der Mandorla finden sich symbolische Darstellungen der vier Evangelisten: der Adler (Johannes), der Stier (Lukas), der Löwe (Markus) und der Engel (Matthäus). Die Fresken des Kirchenschiffs sind nur fragmentarisch erhalten. Besonders interessant ist die Darstellung der Jagd- und Ringkampfszene aus der Legende des Heiligen Ladislaus. Laut Gyula László lässt sich diese Version mit der Titelillustration von Thuróczys Ungarischer Chronik in Verbindung bringen, die 1488 in Augsburg erschien. Infolge wiederholter Donauüberschwemmungen hat sich der Kirchturm um etwa 76 Zentimeter geneigt.