Reformierte Kirche von Zsigárd
Gebäude, Struktur
Das Dorf besaß in alter Zeit ein reformiertes Oratorium oder eine Kirche, die jedoch stets von den Jesuiten von Sellye oder den Katholiken von Pered zerstört wurden. Nach dem Erlass des Toleranzdekrets von Kaiser Joseph II. errichteten die örtlichen Reformierten 1784 auf einem von István Tanító und István Róka gestifteten Grundstück ein provisorisches Gebetshaus. Bald darauf begannen sie gemäß dem Toleranzdekret mit dem Bau einer reformierten Kirche, die 1785 fertiggestellt wurde. Es handelte sich um eine klassizistische Kirche ohne Glocke und mit Giebel. 1833 wurde ein Turm aufgesetzt (laut der Inschrift am Eingangsbogen: Zs. R. EKKL. Epit 1833). Später wurden lediglich Reparaturen durchgeführt, bevor die Kirche 1931 vom Architekten Gyula Baracz nach Plänen des Baubüros von Ferenc Tóth in Komárom wiederaufgebaut wurde. Es handelt sich um ein geradliniges Gebäude mit einem in die Fassade integrierten Turm. Unterhalb der Glocke befindet sich das Eingangsportal mit einem Vorhof. Die Kirchendecke ist flach. An der dreiachsigen Hauptfassade befinden sich zwei Pilaster mit Gesimsköpfen, auf denen die gemauerte Fiale mit dem Turm in der Mitte ruht. In der Kirche befindet sich eine protestantische Empore, die von zwei Säulen getragen wird. Die Ausstattung stammt aus der Bauzeit der Kirche, wobei die klassizistische, mit Girlanden verzierte Kanzel besonders hervorzuheben ist. Das klassizistische Taufbecken wurde Ende des 18. Jahrhunderts errichtet. Die Gedenktafel für die Opfer des Zweiten Weltkriegs mit 24 Namen befindet sich ebenfalls in der Kirche. Die Orgel wurde 1941 von Ottó Rieger in der Budapester Orgelfabrik gebaut. Ihr neoklassizistischer Pfeifenkasten ist von großer Schönheit. Im Turm befinden sich drei Glocken. Die große Glocke wurde 1933 zum 100. Jahrestag des Turmbaus auf Initiative des reformierten Chors von den Gläubigen von Zsigárd in Begleitung von Ferenc Egeri aus Kisgejüg unter Pastor László Kalitza und den Hausmeistern Zsigmond Udvaros und Gusztáv Tóth zur größeren Ehre Gottes gegossen. Die mittlere Glocke wurde 1921 von Zsigmond Szalay und den reformierten Gläubigen von Zsigárd in der Werkstatt der Gebrüder Fischer gefertigt. Die kleine Glocke entstand in Nagyszombat in der Werkstatt von Carolus Filgharande während der Amtszeit von Pastor Sándor Bányai. Einer mündlichen Überlieferung zufolge liegen in der Nähe der Kirche ein russischer General und ein Soldat, die 1849 in der Schlacht von Zsigárd gefallen sind. Auch einer mündlichen Überlieferung zufolge (Ilona Ambrus) wurden ihre Gebeine beim Bau des Denkmals vor der Kirche ausgegraben und unter dem Fundament des Denkmals begraben. ; ; Die Pfarrer der Reformierten Kirche: ; 1. Sándor Böszörményi Bányai 1787–1815; 2. István Pázmány 1815–1816; 3. István Lakó 1816–1830; 4. Károly Zsemje 1830–1857; 5. Miklós Zsemje 1857–1873; 6. Péter Csík 1873–1882; 7. Ferenc Karácsonyi 1882–1883; 8. Elek Papp 1883–1898; 9. Géza Gálfi 1898–1899; 10. Imre Csiba 1899–1900; 11. János Soós 1900–1928; 12. László Kalitza 1928-1929; 13. István Kosár 1929–1930; 14. László Kalitza 1930–1957; 15. Sándor Nagy 1957–1958; 16. Ferencz Kacz 1958–1973; 17. Jenő Mikó 1973–1981; 18. István Iván von 1981 bis heute