Reformierte Kirche von Rožňany
Gebäude, Struktur
Die ersten Spuren der Helvetischen Reformation in Rožňov finden sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Natürlich konnte sie sich nicht entfalten, da die Mehrheit der Anhänger der Lutherischen Kirche zur Zerstreuung und Flucht gezwungen war. Nach dem Erlass des Toleranzdekrets begann sich auch die Reformierte Kirche zu organisieren. Das erste Pfarrhaus wurde 1854 gegründet. In dem Haus des Schmieds Mihály Molnár wurde ein Gebetshaus errichtet. Damals war Rožňov eine Zweigstelle von Berzéte. 1869 wurde die Gemeinde selbstständig und führte fortan ein eigenes Kirchenbuch. 1902 wurde sie zur Mutterkirche erhoben, als der Plan zum Bau einer Kirche wieder aufkam. Ab 1884 fanden Gottesdienste in einem der Räume des Kirchengebäudes statt, doch die Räumlichkeiten waren dafür ungeeignet. 1902 begann die Sammlung von Spenden, zu der sich Gr. Dénes Andrássy und seine Frau, Gräfin Franciska. 1903 wurde die Ausschreibung für den Entwurf der Kirche veröffentlicht. Der Budapester Architekt Ferenc Weininger erhielt den Zuschlag. Der Architekt Nándor Szilvássy aus Rozsny wurde mit dem Bau beauftragt. Die Grundsteinlegung fand am 4. April 1904 in feierlichem Rahmen statt. Die Kirche wurde Ende Juli 1905 fertiggestellt. Sie ist 27,7 m lang und 11,7 m breit und besteht aus einem Haupt- und einem Seitenschiff. Das Hauptschiff ist rechteckig. Das Seitenschiff hat ebenfalls einen rechteckigen Grundriss, ist kleiner und verläuft parallel zum Hauptschiff. Die Kanzel befindet sich am westlichen Ende der Längsachse des Hauptschiffs. Der Zugang dazu ist durch einen kleineren, fünfeckigen Anbau an diesem Ende des Hauptschiffs verdeckt. Vor der Kanzel öffnet sich ein geräumiger Raum für den Altar, die Sitzplätze befinden sich in den beiden Schiffen. Drei balkonartige Galerien erstrecken sich über das Obergeschoss der Kirche. Eine befindet sich im Hauptschiff, gegenüber der Kanzel, über dem Haupteingang, eine weitere im Obergeschoss des Seitenschiffs und die dritte über dem Kanzeleingang, wo die Orgel stand. Der reich verzierte Turm erhebt sich an der nordöstlichen Ecke des Gebäudes. Ein kleiner Turm im Nordwesten dient als Zugang zur Orgelempore. Seine Decke ziert ein wunderschönes Rabitz-Gewölbe. Die Außenfassade ist mit gepressten roten Ziegeln verziert. Das Kircheninnere ist schlicht, aber geschmackvoll gestaltet. Die Orgel wurde von István Kerékgyártó in Debrecen gefertigt. Die Kanzel stammt vom Tischlermeister Ferenc Boyer, der Haupttisch vom Tischlermeister István Füleky. Die Kirche bewahrt außerdem eine neuere Sammlung von Abendmahls- und Taufkelchen, Taufgefäßen und Abendmahlsweinkrügen. Obwohl die Kirche im Stil des frühen 20. Jahrhunderts erbaut wurde, einer Mischung aus Jugendstil und Neugotik, erfüllt sie ihren Zweck mit ihrer guten Raumwirkung und praktischen Aufteilung.