Reformierte Kirche von Nagykálna
Gebäude, Struktur
Die Kirche wurde 1888 erbaut, doch der Zweite Weltkrieg verschonte sie, wie viele andere geschichtsträchtige Gebäude in der Region, nicht. Die sich zurückziehende deutsche Armee hielt die vorrückenden sowjetischen Truppen drei Monate lang an der Garam-Linie auf, was entlang des Unterlaufs des Garam enorme Zerstörungen anrichtete. Aus strategischen Gründen wurden fast alle höheren Gebäude gesprengt. Auch die Reformierte Kirche von Nagykálna fiel diesem Unheil zum Opfer. Am 23. Dezember 1944 wurden Turmkuppel, Dachkonstruktion und Inneneinrichtung infolge der Frontkämpfe vollständig zerstört und niedergebrannt. Unsere Gemeinde hegte lange den Traum, ihre im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kirche wiederaufzubauen. Der Glaube wurde durch eine Reihe von Prüfungen erschüttert. Unmenschliche Deportationen und jahrzehntelange Diktatur, die jede Hoffnung zunichtemachten, ließen die Träume unerfüllt. Mitte der 1980er Jahre wollte man die Gemeinde aus dem Kreis der Pfarreien herauslösen und die noch stehenden Kirchenmauern abreißen. Doch all dies scheiterte. Der Schöpfer hatte einen anderen Plan und gab ihnen die Möglichkeit, weiterzumachen. Jahrzehntelang blieben Treue und Hoffnung für das bauliche Erbe in den Herzen vieler ungebrochen. Im Jahr 2001 wagten wir den ersten Schritt – mit einem dankbaren Gottesdienst und Gebet. 2003 konnten wir mit dem Wiederaufbau unserer Kirche beginnen. Gott schenkte uns Glauben, und wir durften am Wunder der Auferstehung teilhaben – als die Steine zum Leben erwachten. Nun haben wir die Arbeiten abgeschlossen. An der Sprachgrenze ist das Haus Gottes eine „letzte Festung“ – ein Ort der Ruhe und des Schutzes. Ein behagliches Zuhause für die suchende Seele und die Herzen, die sich gemeinsam freuen. Es ist eine große Freude, dass wir im Jahr 2014, zum 70. Jahrestag der Zerstörung der Kirche, Gott für die Vollendung der Arbeiten und die vollständige Erneuerung unserer Kirche danken konnten.