Reformierte Kirche in Martos
Gebäude, Struktur
Es gibt keine schriftlichen Aufzeichnungen darüber, wann die erste katholische Kirche oder Kapelle im Dorf erbaut wurde. Die mündlich überlieferte Erinnerung der Dorfbewohner hat den Standort der Kirche in der Nähe des heutigen Gemeindebüros bewahrt. Diese Annahme wird auch durch Fundamentfragmente bestätigt, die bei Ausgrabungen aus verschiedenen Gründen gefunden wurden. Laut den Daten des Reformierten Pfarrbüros Komárom lässt sich die Ausbreitung der Reformation in Martos auf die 1560er Jahre datieren. 1732 wurde eine größere reformierte Kirche teilweise auf den Fundamenten einer alten Kirche errichtet. Die Kirche erhielt erst 1762 eine Glocke. Sie wurde von Ferenc Valcer gegossen und wiegt 238,6 kg. Kirche und Turm fielen im Herbst 1859 einem verheerenden Brand im Dorf zum Opfer. Auch die Glocken gingen verloren. Im Jahr 1898 wurde unter der Leitung von Pfarrer Lajos Puskás eine neue reformierte Kirche im Dorf errichtet. Sie stand größtenteils auf den alten Fundamenten, der Turm und Teile des Kirchengebäudes jedoch bereits auf neuen. Damals erhielt die Kirche auch neue Glocken, von denen die größte leider im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen wurde. Ihr Platz steht bis heute leer. An der Einweihung der Kirche am 29. Januar 1899 nahmen Bischof Gábor Antal und mehrere Ehrengäste sowie Árpád Feszty, ein guter Freund des Pfarrers, teil. Die Kirche wurde im neoklassizistischen Stil erbaut, mit einem einzigen Kirchenschiff, einer glatten Decke und halbrunden Fenstern. Die Emporen befinden sich an beiden Enden des Kirchplatzes, die Kanzel steht in der Mitte. Der Turm wurde an die Fassade der Kirche angebaut; er ist rechteckig, dreiteilig mit einem vorspringenden Gesims und die Turmspitze ist im neobarocken Stil gehalten und mit einem Zwiebeldach versehen, das mit Zinn gedeckt ist.