Reformierte Kirche von Csilizradvány

Reformierte Kirche von Csilizradvány

Gebäude, Struktur

Die Kirche wurde ursprünglich an der Stelle einer katholischen Kirche im gotischen Stil der Árpádenzeit errichtet, die um 1650 zu einer calvinistischen Kirche wurde. Sie brannte mehrmals nieder, zuletzt 1644, 1863 und 1907, als das Dach einstürzte. Damals wurde sie wiederaufgebaut und erhielt neoklassizistische Elemente. Ihr Turm ist 25 Meter hoch und beherbergt zwei Glocken (gegossen 1907 und 1924). Die Kirche wurde mehrfach restauriert, unter anderem 1939 und 1989. Zur Geschichte der Kirche gehört eine Legende, die mündlich überliefert wurde: Als Maria Theresia auf der Flucht die Wehen bekam, floh sie vor ihren Verfolgern auf den Várhely-Hügel (300 Meter von der heutigen Kirche entfernt), der ihr im Schilf Schutz bot. Dort gebar sie ihren Sohn Joseph II. (Die Einwohner von Bős wissen, dass sich all dies auf Schloss Bős ereignete.) Die Frauen von Radvány, Kulcsod und Patas umgaben ihn mit großer Liebe und versorgten ihn mit allerlei Gutem. Um ihren Untertanen für ihre Bemühungen zu danken, erlaubte die Königin jedem Dorf einen Wunsch, den sie erfüllen würde. So baten die Frauen von Radvány darum, die beiden Kirchentüren zu schließen, damit die Gläubigen der beiden Dörfer dieser Gegend die Kirche durch denselben Eingang betreten konnten wie die Einheimischen. Angeblich schämten sie sich, dass die Einwohner von Patas und Kulcsod, die in der Nähe ihres eigenen Eingangs saßen, zahlreicher waren als die Einheimischen. So kam es, dass sie eine Tür schließen und die andere zumauern ließ. Unter dem Putz, der nach der Überschwemmung von 1965 abfiel, war tatsächlich das Bild einer mit Baumaterial gefüllten Tür zu erkennen. Die Eingangstür wurde zum Denkmal erklärt. Bei der Renovierung der Tür fand man folgendes Dokument über den Türbauer: „Mit Gottes Hilfe fertigte der Tischlermeister Zsigmond Varga N. Megyer diese Kirchentür an, die am 20. März 1908 fertiggestellt wurde. Für 200, das sind zweihundert Kronen. Damals war ich 43 Jahre alt, verheiratet und hatte eine Familie. Meine Frau heißt Érsek Alojzia, meine Söhne heißen Gyula, Zsigmond und Ferencz. Meine Töchter heißen Mariska, Jolán, Lujza und Ilonka. Gott sei mit uns.“

Inschrift/Symbol:

Renoviert im Jahr 1908.

Inventarnummer:

160

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Csilizradvány   (Csilizradvány)